Milliardenübernahme im osteuropäischen Generikamarkt
Richter Gedeon erkauft sich neue Größe

Mit einer milliardenschweren Übernahme will der ungarische Arzneimittelhersteller Richter Gedeon zum größten Pharmakonzern in Zentralosteuropa aufsteigen.

HB BUDAPEST. Richter werde für 1,3 Mrd. Dollar mit Polpharma die Nummer Eins unter den polnischen Generikahersteller kaufen, teilte die Gesellschaft am Donnerstag mit. Zudem erwerbe Richter einen Anteil von 80,6 Prozent an dem russischen Pharmaunternehmen Akrihin für 128 Mill. Dollar. Damit käme Richter in Russland und Polen mit einem Schlag auf den zweitgrößten Marktanteil. Beide Unternehmen kauft Richter von der Investorengruppe Genefar BV, die dafür im Rahmen einer Privatplatzierung neue Aktien der Ungarn bekommt und damit knapp 27 Prozent an Richter hält.

Richter gewinnt durch die Übernahmen einen Börsenwert von 5,3 Mrd. Dollar, womit die Firma zu der Größten in der Region vor den Konkurrenten Zentiva aus Tschechien und Krka aus Kroatien wird. Polpharma kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von 339 Mill. Dollar. Richter zahlt damit fast das 3,9-fache des Umsatzes von Polpharma und greift damit für den Zukauf tief in die Tasche. Von der Übernahme, der seine Aktionäre auf einem Treffen am 18. Dezember noch grünes Licht geben müssen, erwartet Richter jährliche Einsparungen von 35 Mill. Dollar. Die ungarische Regierung, die 25 Prozent an Richter hält, muss der Transaktion ebenfalls noch zustimmen.

Mit der Einkaufstour von Richter setzt sich die Konsolidierung auf dem europäischen Generikamarkt weiter fort. Gerade Osteuropa ist für die Hersteller von Nachahmermedikamenten ein attraktives Pflaster, da sie dort Zugang zu kostengünstigen Produktionseinheiten in einer wachstumsstarken Region bekommen. Auch Deutschlands drittgrößter Generikahersteller Stada hatte dort zuletzt einige Zukäufe getätigt und hält in Osteuropa weiter Ausschau.

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