Milliardenübernahme im Rüstungsgeschäft
BAE Systems übernimmt United Defense

Der größte europäische Rüstungskonzern BAE Systems kauft seinen US-Rivalen United Defense Industries für rund vier Milliarden Dollar. Damit baut BAE, das auch 20 Prozent an dem europäischen Verkehrsflugzeugbauer Airbus hält, sowohl den Bereich Bodensysteme als auch sein Nord-Amerika-Geschäft aus.

HB LONDON. „Durch den Zusammenschluss entsteht eine führende internationale Kraft im schnell wachsenden Markt mit Boden-Verteidigungssystemen“, teilte BAE am Montag in London mit. BAE will pro Aktie des US-Unternehmens 75 Dollar in bar zahlen. Das entspricht einem Aufschlag von 29 % gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag von 58,26 Dollar. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Preis, den wir gezahlt haben. Wir glauben, das ist ein fairer Preis“, sagte BAE-Chef Mike Turner in einer Telefonkonferenz. Zur Stärkung des Bereichs Bodensysteme hatte BAE bereits im vergangenen Jahr die britische Firma Alvis übernommen. Mit der Übernahme von United Defense baut BAE wie angekündigt zudem das US-Geschäft aus und positioniert sich somit für Erneuerungsaufträge sowohl des britischen als auch des US-Militärs.

Im vergangenen Jahr sei bereits 25 % des Umsatzes in den USA gemacht worden, sagte BAE-Finanzchef George Rose. Mit United Defense könnte sich dies auf ein Drittel erhöhen. Zudem verschaffen die 7000 bereits in Dienst stehenden Bradley-Schützenpanzer von United Defense den Briten lukrative Einnahmequellen bei Wartung und System-Ergänzungen. „Wir betrachten dies als große Verbesserung des Risikos und der Qualität in der Gruppe“, sagte Rose. BAE ist bereits der größte Europäer auf dem US-Verteidigungsmarkt. Durch die Übernahme von United Defense würde das US-Verteidigungsministerium zum größten Kunden von BAE und BAE würde der sechstgrößte Lieferant des Ministeriums.

Finanzieren will BAE Systems die Übernahme zum einen über einen drei Mrd. Dollar hohen Kredit. 375 Mill. Pfund (715 Mill. Dollar) sollen über eine Aktien-Platzierung hereingeholt werden. BAE Systems rechnet mit einem Abschluss der Transaktion Mitte dieses Jahres und sofortigen positiven Auswirkungen auf das Ergebnis. Analysten zufolge mache die Übernahme strategisch Sinn, scheine aber etwas teuer zu sein. An der Londoner Börse verloren die BAE-Aktien am Montag drei Prozent auf 242 Pence.

United Defense Systems baut unter anderem den Schützenpanzer Bradley, der im Irak-Krieg zum Einsatz gekommen ist. Daneben entwirft, entwickelt und produziert der US-Konzern Artillerie-Systeme, maritime Waffen, Raketen-Abschussgeräte und Präzisionsmunition. 2004 setzte United Defense 2,29 Mrd. Dollar um. Der Umsatz von BAE betrug mit 13,48 Mrd. Pfund mehr als das Siebenfache davon.

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