Milliardenübernahme
Pharmakonzern Takeda zieht Nycomed an Land

Das Pharmaunternehmen Takeda hat sich mit dem Schweizer Konzern Nycomed verstärkt - ein Deal über zehn Milliarden Euro. Die Japaner wollen sich mit der Übernahme vor allem im europäischen Markt positionieren.
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TokioDer japanische Pharmakonzern Takeda übernimmt für 9,6 Milliarden Euro den Schweizer Konkurrenten Nycomed. Mit dem größten Zukauf in der Firmengeschichte verdoppelt Takeda sein Europa-Geschäft und beschafft sich ein Sprungbrett in Wachstumsmärkte. Die am Donnerstag bekanntgemachte Transaktion, die sich in den vergangenen Tagen bereits abgezeichnet hatte, ist die zweitgrößte Auslandsexpansion eines japanischen Unternehmens überhaupt.

Takeda wird den Kaufpreis in bar bezahlen und sich dafür verschulden. Nicht Teil der Transaktion ist Nycomeds Dermatologie-Geschäft in den USA. Durch den Zukauf sichert sich Takeda das viel beachtete Medikament Roflumilast gegen Raucherlunge, das in Europa unter dem Namen "Daxas" und in den USA unter dem Namen "Daliresp" bekannt ist und dem manche Analysten ein Milliarden-Umsatzpotenzial zutrauen. Roflumilast hat wurde 2010 in Europa und im März in den USA zugelassen. Rückschläge mit dem einstigen Hoffnungsträger führten dazu, dass der deutsche Chemiekonzern Altana 2006 sein Pharmageschäft an Nycomed veräußerte.

Nycomed hat 12.500 Beschäftigten, erzielte im Vorjahr einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro und galt lange als Börsenkandidat. Die Firma gehört mehrheitlich vier Beteiligungsgesellschaften. Den größten Anteil hält Nordic Capital mit 41 Prozent.

Was Takedas Appetit vor allem geweckt haben dürfte, ist Nycomeds Engagement in vielen Schwellenländern, wo das Unternehmen insgesamt knapp 40 Prozent seines Umsatzes erzielt: Ende 2010 erwarb Nycomed für rund 210 Millionen Dollar etwas mehr als die Hälfte der chinesischen Techpool Bio-Pharma und verfügt zudem über ein starkes Standbein in Russland.

Takeda hat im Vergleich zu vielen internationalen Rivalen großen Nachholbedarf in vielen Wachstumsmärkten. 2008 hat der Konzern angesichts von Patentabläufen bereits den US-Krebsmittel-Spezialisten Millennium Pharmaceuticals für 8,8 Milliarden Dollar gekauft. Auch andere japanische Pharmakonzerne wie Daiichi Sankyo, Eisai und Astellas Pharma drängen durch Übernahmen stärker in die westlichen Arzneimittelmärkte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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