Milliardenüberschuss
Porsche Holding entdeckt den Mittelstand

Mit einem Milliardenüberschuss hat die Porsche Holding das Geschäftsjahr beendet. Nun soll der Gewinn in mittelständische Unternehmen investiert werden. Der VW-Anteilseigner sucht Beteiligungsobjekte.
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FrankfurtDer größte VW -Eigner Porsche macht seinen Anteilseignern wenig Hoffnung auf weiterhin reichlich sprudelnde Ausschüttungen. Die den Aktionären für das vergangene Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende von gut zwei Euro je Anteilsschein sei "üppiger" ausgefallen als es die Ertragslage zulasse, sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz der Finanzholding Porsche SE in Stuttgart. Damit solle die "Loyalität" der Anteilseigner belohnt werden, zu denen neben Investmentfonds und Kleinanlegern vor allem die Familien Porsche und Piech sowie das Emirat Katar gehören.

Die vorgeschlagene Zahlung von 2,01 Euro für die Vorzugsaktien und von 2,004 Euro für die Stammaktionäre sei ein Ausreißer nach oben. Porsche wolle künftig die jeweils zufließenden Kapitalmittel abzüglich der Kosten für den Holding-Betrieb an die Anteilseigner auszuschütten.

2012 hatte die Finanzholding mit nur knapp drei Dutzend Beschäftigten allein aus der VW-Beteiligung umgerechnet rund 1,70 Euro je Aktie verdient. Auch im laufenden und im kommenden Jahr kalkuliert Finanzchef Pötsch dank der Beteiligung an VW in Höhe von knapp einem Drittel des Gesamtkapitals jeweils mit einem Nachsteuergewinn in Milliardenhöhe, der rechnerisch eine Dividende von rund drei Euro möglich machen würde. Das operative Fahrzeuggeschäft mit der Automarke Porsche hat die Holding im vergangenen Jahr an VW verkauft und sich damit entschuldet, seitdem hat die Holding kein operatives Geschäft mehr und ist vor allem von den VW-Dividendenerträgen abhängig.

Die Einnahmebasis will das Unternehmen künftig jedoch verbreitern und hält angesichts der mit rund 2,6 Milliarden Euro prall gefüllten Kasse nach Beteiligungen Ausschau. Der "überwiegende" Teil der Nettoliquidität solle in mittelständische Unternehmen im In- und Ausland fließen, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn, der neben der Finanzholding Porsche SE auch den Wolfsburger Autobauer VW führt.

Geeignete Beteiligungsobjekte würden derzeit analysiert und geprüft. Im Mittelpunkt stünden die Trendthemen der Automobilindustrie wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung oder Vernetzung. Der für das Beteiligungsmanagement zuständige Vorstand Philipp von Hagen sagte, er könne noch keine verlässliche Aussage treffen, wann Porsche die bei Banken niedrig verzinsten Gelder abholen und investieren werde. Er arbeite "mit Hochdruck" an dem Thema.

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  • @ SANTOS

    was erzählst du fürn quatsch? Porsche ist mit das geilste was ich kenne - und mein nächstes Auto wird wieder ein Porsche sein!

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