Milliardenumsatz bedroht
Sanofi-Aventis kämpft gegen Medikamentenkopien

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis kämpft gleich in zwei Fällen gegen Nachahmerpräparate, die die Geschäfte mit den Originalmitteln bedrohen. Pikant dabei: Die zwei Originalmittel, um die es geht, sind die größten Umsatzbringer des Unternehmens.

HB NEW YORK. Sanofi-Aventis und sein US-amerikanischer Partner Bristol-Myers Squibb haben vor einem US-Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt, um den Verkauf einer Nachahmerversion ihres Blutverdünners Plavix zu stoppen. Zudem verlangten sie einen Rückruf aller Tabletten des Generikums, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. Ein US-Bezirksgericht in New York habe eine Anhörung in der Sache für Freitag anberaumt. Bristol und Sanofi-Aventis erklärten, sie sähen weiterhin Rechte zum Schutz ihres geistigen Eigentums verletzt.

Am Dienstag hatte der kanadische Generika-Hersteller Apotex in den USA eine Nachahmerversion des Blutverdünners Plavix auf den Markt gebracht. Das Mittel zur Behandlung von Thrombosen ist das zweitwichtigste Medikament für Sanofi-Aventis. In der ersten Hälfte dieses Jahres brachte es dem französischen Konzern einen Umsatz von 1,15 Mrd. Euro ein. Bristol-Myers vermarktet das Mittel in den USA und erwirtschaftete damit zuletzt fast ein Drittel seiner Gewinne. Tritt ein Originalmedikament in Wettbewerb mit Generika, verliert das Original innerhalb kurzer Zeit einen Großteil seiner Umsätze.

Zweiter Fall

Sanofi-Aventis zerrt auch den zu Novartis gehörenden Generika-Hersteller Sandoz in den USA wegen Patentverletzung vor den Kadi. Bei der Klage gehe es um Patente im Zusammenhang mit Sanofis umsatzstärkstem Produkt, dem Blutverdünnungsmittel Lovenox, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Sanofi werde alles tun, um die Lancierung einer Nachahmerversion vor 2012 zu verhindern.

Sandoz hat in den USA die Zulassung einer Nachahmerversion von Lovenox beantragt. Zwei Lovenox-Patente gelten Sanofi zufolge aber noch bis 14. Februar 2012. Laut Sanofi könne eine Marktfreigabe durch die Arzneimittelbehörde FDA nicht ohne das Urteil eines US-Bundesgerichts erfolgen. Sandoz lehnte einen Kommentar ab.

Lovenox droht auch Konkurrenz durch Produkte anderer Generika-Firmen wie Momenta, Teva oder Amphastar Pharmaceuticals. Sanofi erzielte mit dem Medikament im ersten Halbjahr 2006 einen Umsatz von 1,24 Mrd. Euro.

Die Sanofi-Aktien verloren am Montag an der leichteren Börse in Paris bis kurz vor Mittag 1,5 Prozent auf 68,50 Euro. Die Titel haben in diesem Jahr bisher gut 7 Prozent an Wert verloren und hinken den europäischen Gesundheitswerten fast 13 Prozent hinterher.

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