Milliardenverkauf
BP zieht sich aus Beteiligungen zurück

Gerüchten zufolge will sich der Ölgigant BP von Beteiligungen trennen. Die Briten gehen dabei nicht zimperlich vor: Es locken Milliardenerlöse.
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London.BP will sich einem Zeitungsbericht zufolge von Beteiligungen an Nordsee-Ölreservoirs im Wert von umgerechnet etwa 2,4 Milliarden Euro trennen. Eine Auktion dazu sei in diesem Monat bereits auf den Weg gebracht worden, meldete die „Sunday Times“ am Sonntag unter Berufung auf Industriekreise. Es gehe um mehrere Minderheitsbeteiligungen, die der Ölkonzern halte. BP äußerte sich zu dem Bericht nicht.

Andernorts steht der Konzern hingegen vor riesigen Neuinvestitionen: Am Donnerstag habe die britischen Regierung BP die Genehmigung für umstrittene Ölbohrungen in der Tiefsee vor den schottischen Shetland Inseln ausgesprochen, teilte Energieministerium in London mit. Die Ölquelle North Uist Well liegt 125 Kilometer nordwestlich der Shetlands. Das Meer ist dort mehr als 1200 Meter tief.

"Öl und Gas spielt eine gewichtige Rolle in unserer Volkswirtschaft und leistet einen signifikanten Beitrag zu unserer Energiesicherheit", sagte der britische Energie-Staatssekretär Charles Hendry. Die Ausbeutung der Vorkommen dürfe aber nicht auf Kosten der Sicherheit und der Umwelt gehen.

BP, das 2010 bei der Explosion seiner Tiefsee-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko ein Desaster erlebte, begrüßte die Entscheidung der Regierung. Es sei selbstverständlich für BP, dass die Arbeiten sicher und verantwortungsvoll ausgeführt würden. BP sei vor den Shetlands seit den 1970er Jahren aktiv und habe dort bereit 800 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl gefördert.

Umweltschützer kritisierten die Entscheidung massiv. Finanzminister George Osborne habe erst tags zuvor Steuererleichterungen für die Ölindustrie in Milliardenhöhe versprochen. Nur einen Tag später werde eine Bohrgenehmigung erteilt, beklagte Richard Dixon von der Umweltorganisation WWF. Damit entferne sich Großbritannien immer weiter von seinen Klimazielen. Sollte es zu einem Ölaustritt kommen, wäre das ein Fiasko sowohl für die Fischereibranche als auch für den Tourismus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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