Milliardenverlust bei GM – BMW enttäuscht
Autobranche blickt frostigen Zeiten entgegen

Der schwer angeschlagene US-Autobauer General Motors stürzt nach einem erneuten riesigen Milliardenverlust immer tiefer in die Krise. Und am weiß-blauen Autohimmel hängen ebenfalls dunkle Wolken. Denn die Krise an den internationalen Finanzmärkten, der schwächelnde Dollar und die massiv gestiegenen Sprit- und Rohstoffpreise haben nun auch den bayerischen Autobauer BMW mit voller Wucht erwischt.

HB MÜNCHEN. Der Absatz der Bayern steigt zwar weiter, BMW verdient aber immer weniger, da die Kosten an allen Ecken explodieren. Allein in diesem Jahr rechnet BMW mit Mehrausgaben von mindestens 1,7 Mrd. Euro. Eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht. Erst 2010 könnte es laut BMW wieder aufwärts gehen. Doch selbst wenn sich die Märkte wieder erholen, die Autobranche steht vor massiven Umwälzungen, da alternative Antriebe dringender denn je gebraucht werden. BMW hat nach Einschätzung von Experten aber durchaus Chancen, die Krise zu meistern. Denn die Münchner haben sich auf schlechte Zeiten eingestellt.

Wesentlich schlimmer sieht es da beim Opel-Mutterkonzern aus. GM fuhr im zweiten Quartal unter dem Strich ein Minus von 15,5 Mrd. Dollar (rund 10 Mrd. Euro) ein. Ein kleines Plus bei Opel konnte die steile Talfahrt des Konzerns kaum bremsen. Der vierte GM-Quartalsverlust in Folge und der drittgrößte der Konzerngeschichte fiel auch wegen hoher Einmallasten etwa für den Stellenabbau dramatisch größer aus als erwartet. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sieht trotz der dramatischen Verluste der Mutter General Motors keinen weiteren Arbeitsplatzabbau auf den Rüsselsheimer Autobauer zukommen. Das Unternehmen werde stattdessen eher ausgelagerte Arbeitsplätze wieder in den eigenen Betrieb zurückholen, sagte der Arbeitnehmervertreter am Freitag. Darüber gebe es bereits Gespräche mit dem Management.

Der GM-Umsatz brach wegen der Krise auf dem US-Automarkt im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 38,2 Mrd. Dollar ein, teilte GM am Freitag mit. Im Europageschäft mit der wichtigsten Marke Opel erzielte GM nur noch ein knappes operatives Plus von 20 Mill. Dollar. Im Vorjahr lag es noch bei 315 Mill. Dollar. Der GM-Konzern hatte im zweiten Quartal 2007 noch einen Gewinn von 891 Mill. Dollar erzielt.

Wie die US-Wettbewerber Ford und Chrysler baut GM massiv Stellen ab. Die Produktion wird von schweren Geländewagen auf sparsamere kleinere Autos umgestellt. Zuletzt kündigte GM Kostensenkungen von 20 Prozent bei den US-Angestellten an. Ford hatte vergangene Woche ein Quartalsminus von 8,7 Mrd. Dollar bekanntgegeben.

Der neue Auto-Branchenführer Toyota ist ebenfalls in den Strudel des Abschwungs am US-Automarkt geraten und hat vergangenen Monat seine Absatzprognose für dieses Jahr gesenkt. Der japanische Konzern rechnet nun damit, bis Ende des Jahres 9,5 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Das sind 350 000 weniger als bisher geplant. Kommende Woche legen die Japaner Quartalszahlen vor. Toyota hat mit seinen kleinen sparsamen Autos zwar die großen amerikanischen Konkurrenten das Fürchten gelehrt - der Vorstoß ins einst lukrative Geschäft mit großen Geländewagen trifft im US-Markt nun auch die Japaner. Im Juni musste Toyota ebenfalls einen starken Absatzrückgang melden. Toyota hat in diesem Jahr erstmals den US-Konkurrenten General Motors (GM) von der weltweiten Spitzenposition beim Absatz verdrängt.

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