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Milliardenvertrag: Chinas Flugzeugbauer bekommt französische Triebwerke

Frankreich und China haben in der Luftfahrt- und Atomindustrie Milliarden-Kooperation ausgehandelt. Der chinesische Airbus-Konkurrent C919 wird mit westlichen Triebwerken ausgerüstet. Das Geschäft hat einen Wert von 15 Milliarden Dollar. Deutsche Lieferanten gehen leer aus.

Der französische Premierminister François Fillon konnte heute in China Nägel mit Köpfen machen. Quelle: dpa
Der französische Premierminister François Fillon konnte heute in China Nägel mit Köpfen machen. Quelle: dpa

HB PARIS. Die C919 soll ab 2016 gegen die A320-Familie der EADS-Tochter Airbus und Boeings 737 antreten. Der französische Triebwerkhersteller Safran und sein US-Partner General Electric (GE) werden für das Flugzeug Triebwerke im Werte von zehn Mrd. Dollar liefern. Auf jeden Partner entfielen fünf Milliarden, erklärte Safran dem Pariser Finanzblatt „La Tribune“. Der Gesamtwert samt Wartung liege bei 15 Mrd. Dollar.

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Safran und GE arbeiten seit langem im Triebwerkbau zusammen. Safran erwartet aus dem Geschäft 8 000 bis 10 000 direkte Arbeitsplätze in Frankreich. Einschließlich der Zulieferer würden drei- bis viermal so viel Stellen geschaffen. China werde mittelfristig ein Fünftel des Weltmarktes stellen.

Der Vertrag wurde heute in Peking beim Chinabesuch des französischen Premierministers François Fillon unterzeichnet werden. Zum Auftakt seiner politischen Gespräche in Peking empfing Chinas Regierungschef Wen Jiabao den französischen Ministerpräsidenten, der von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wird. Der dreitägige Besuch demonstriert die Normalisierung in den chinesisch-französischen Beziehungen nach Differenzen über Tibet.

In der südchinesischen Provinz Guangdong gab Fillon zusammen mit Chinas Vizepremier Li Keqiang den feierlichen Startschuss für den Bau des Atomkraftwerkes Taishan und ein Gemeinschaftsunternehmen zu seinem Bau und Betrieb. Électricité de France (EDF) beteiligt sich mit 30 Prozent an dem Joint Venture mit einem registrierten Kapital von 16,7 Mrd. Yuan (1,7 Mrd. Euro). Die China Guangdong Nuclear Power Holding (CGNPC) hält 70 Prozent. Es ist das bisher größte ausländisch-chinesische Joint Venture in der Stromerzeugung.

Das Atomkraftwerk Taishan wird aus zwei europäischen Druckwasserreaktoren mit jeweils 1,75 Mrd. Kilowatt bestehen. Die Kosten belaufen sich auf 50 Mrd. Yuan (fünf Mrd. Euro). Der erste Meiler soll 2014 in Betrieb genommen werden. Bei dem Besuch seines Ministerpräsidenten will Frankreich auch die Pläne für eine Anlage zur Wiederaufbereitung von Atomabfällen sowie den Aufbau eines chinesisch-französischen Instituts für Atomforschung in Guangdong voranbringen, berichteten chinesische Medien.

Der Besuch des Ministerpräsidenten bereitet den Weg für den im Frühjahr geplanten Besuch von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Das Verhältnis war wegen der Zwischenfälle während des olympischen Fackellaufes im Frühjahr 2008 in Paris und des Treffens zwischen Präsident Nicolas Sarkozy im Dezember 2008 mit dem Dalai Lama lange angeschlagen. Ein Treffen von Sarkozy mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao im April und September am Rande internationaler Konferenzen konnten die Differenzen beigelegt werden.

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