Milliardenzahlung
General Motors erhält neuen Regierungskredit

Der angeschlagene US-Autobauer General Motors erhält von der US-Regierung einen zusätzlichen Kredit: Dem Opel-Mutterkonzern werden weitere zwei Milliarden Dollar gewährt.

HB WASHINGTON. Das Geld wurde dem Unternehmen bereits am Mittwoch überwiesen und soll den Autobauer flüssig halten. Das teilte das Finanzministerium am Freitag in Washington mit. An den ebenfalls angeschlagenen GM-Rivalen Chrysler gingen dagegen keine neuen Finanzmittel.

GM wird zurzeit nur noch über staatliche Notkredite von bisher 13,4 Mrd. Dollar am Leben gehalten. Die Regierung hat dem Konzern eine Frist zum 1. Juni gesetzt, um seine Schulden abzubauen, Kosten zu verringern und eine Umstrukturierung einzuleiten. Sollte das nicht in Kürze gelingen, wird GM nach Angaben des neuen Vorstandschefs Fritz Henderson ein Insolvenzverfahren einleiten. Dabei will Washington in jedem Fall verhindern, dass der US-Marktführer in einen unkontrollierten Konkurs rutscht. Branchenexperten fürchten für diesen Fall einen Kollaps der gesamten Autoproduktion in den USA, weil Hunderte von GM-Zulieferern, die auch Wettbewerber wie Ford, Toyota oder Honda bedienen, dann ebenfalls am Abgrund stünden.

Der angeschlagene Autobauer Opel versucht sich derzeit aus den Fängen der US-Mutter General Motors zu befreien. Die Rüsselsheimer wollen auf keinen Fall mit den Abgrund gerissen werden, falls die US-Regierung GM letztlich doch in die Insolvenz rasen lässt. Zur Stunde loten Spitzenvertreter der Bundesregierung mit der US-Regierung die weiteren Zukunftschancen für Opel aus. Zu entsprechenden Gesprächen ist eine von der Bundesregierung eingesetzte Verhandlungsgruppe nach Washington gereist.

Ein Bericht der US-Regierung hatte Anfang der Woche ergeben, dass das Finanzministerium Vorbereitungen getroffen hat, GM notfalls noch bis zu fünf Milliarden Dollar Kredite zur Verfügung zu stellen. Bereits am Donnerstag kündigte der Autokonzern Zwangsferien für mehr als 26 000 Beschäftigte an. Um die vorhandenen Halden unverkaufter Autos abzubauen, werden 13 Betriebe in den USA und Mexiko im Zeitraum zwischen Mai und Juli stillgelegt, zwischen drei bis elf Wochen.

GM will auf diese Weise die Produktion um 190 000 Fahrzeuge verringern. Die Lagerbestände sollen von gegenwärtig 767 000 bis Ende Juli auf 525



000 Autos sinken. Ford will dagegen die Produktion im zweiten Quartal um 19,5 Prozent anheben.

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