Milliardenzukauf
BHP drängt in US-Gasmarkt

BHP Billiton steigt durch eine milliardenschwere Übernahme in den rasant wachsenden US-Gasmarkt ein. Dafür investiert der weltgrößte Bergbaukonzern eine Milliardensumme.
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MelbourneBHP will im Bundesstaat Arkansas Gas aus Einlagerungen in Schiefer gewinnen. Dafür kauft das australische Unternehmen für 4,75 Milliarden Dollar die Mehrheit am Fayetteville-Schiefergasfeld. Verkäufer der 75-Prozent-Beteiligung ist der zweitgrößte US-Gasproduzent Chesapeake, der mit den Einnahmen Schulden abbauen will.

BHPs Schritt lässt sich als Kampfansage an die internationalen Energieriesen und Chinas Staatskonzerne bewerten, die um die weltweiten Rohstoffreserven wetteifern.

Asiens größter Öl- und Gasproduzent PetroChina legte erst diesen Monat 5,4 Milliarden Dollar auf den Tisch, um sich an einem Schiefergas-Projekt in Kanada zu beteiligen. Solche Projekte gelten zwar als kostspielig, bieten der Branche aber langfristig attraktive Perspektiven.

Der Chef des BHP-Mineralölgeschäfts, Michael Yaeger, kündigte an, der Konzern wolle im kommenden Jahrzehnt bis zu eine Milliarde Dollar jährlich in Arkansas investieren. Dadurch soll die Förderung in dem Schiefergasfeld verdreifacht werden.

Durch die Übernahme, für die BHP seine Bargeldreserven antasten will, steigen die Gasvorräte des Konzerns um fast die Hälfte. Mit dem Widerstand der Wettbewerbsbehörden rechnet BHP nicht.

Es ist der erste große Zukauf für BHP in der jüngeren Zeit.

In den vergangenen drei Jahren waren drei große Projekte gescheitert, darunter der Kauf des Düngemittelherstellers Potash und die Übernahme des Konkurrenten Rio Tinto.

Die BHP-Aktie schloss in Sydney 1,6 Prozent fester und wurde auch in London 1,2 Prozent höher gehandelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der RUN auf die Rohstoffreserven nimmt immer schneller Fahrt auf. Es folgt in einigen Jahren der RUN auf die besten Lagen, um Agrarprodukte für Lebensmittel zu produzieren.

    Nach der Entnahme an Gas läßt sich vielleicht auch prima CO2 verpressen (bin aber hier kein Experte); vielleicht ist es aber auch eine zusätzliche Option. Wenn es so klappen würde, hätte eine weitere Einnahmequelle so geschaffen werden können.

    Neben Erdgas kommt vielleicht irgendwann auch in die Wasserstoffproduktion etwas mehr Fahrt auf. Energetisch interessante Gase bleiben sicher noch für viele Jahre eine wichtige Option.

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