Millionenauftrag
Siemens soll Eurostar-Züge bauen

Siemens hat einen millionenschweren Großauftrag für Eurostar-Züge an Land gezogen. Der französische Konkurrent und bisherige Hauptlieferant Alstom geht dagegen leer aus. Die französische Regierung hat bereits Sicherheitsbedenken angemeldet
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HB LONDON/MÜNCHEN. Siemens steht vor einem Großauftrag von dem Betreiber der Ärmelkanal-Züge. Siemens sei als bevorzugter Bieter für die Lieferung von zehn neuen Hochgeschwindigkeitszügen ausgewählt worden, teilte der Betreiber Eurostar am Donnerstag mit. Die Details des Auftrags müssten noch ausgehandelt werden. Zudem will Eurostar auch die bisherigen 27 Zügen modernisieren, die zwischen Paris oder Brüssel und London verkehren. Insgesamt investiert der Betreiber 700 Mio. Pfund (knapp 800 Mio. Euro).

Mit dem Auftrag für die zehn neuen Züge würde Siemens den französischen Rivalen Alstom ausstechen, der bisher die Züge liefert, und erstmals einen Großauftrag für Eisenbahntechnik in Frankreich an Land ziehen. „Es ehrt uns sehr, dass Siemens von der neuen Eurostar-Betreibergesellschaft den Auftrag für die neuen Tunnel-Züge bekommen soll“, sagte der Chef der Siemens-Sparte Mobility, Hans-Jörg Grundmann.

Allerdings gibt es gegen den geplanten Großauftrag an Siemens auch Widerstand: Die französische Regierung und Alstom missbilligten die Entscheidung. Sie erklärten, die derzeitigen Sicherheitsvorschriften im Tunnel würden den Einsatz von Siemens-Zügen nicht erlauben. Umweltminister Jean-Louis Borloo und Verkehrsminister Dominique Bussereau erklärten, sie seien „überrascht“ von dem Schritt und forderten Eurostar auf, die Auftragsvergabe den Sicherheitsbedingungen anzupassen. Siemens verwies darauf, dass der Konzern nicht in die Entscheidungen der Behörden eingebunden sei.

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