Millioneninvestitionen
BASF setzt auf Pflanzenschutz

BASF will seine Investitionen in die Agrarchemiesparte verdoppeln. Sowohl bewährte als auch neue Produkte sollen dem Chemieriesen neue Spitzenumsätze bescheren. Die Ziele werden hochgeschraubt.
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FrankfurtDas weltweit boomende Geschäft mit der Landwirtschaft stimmt den Chemieriesen BASF optimistisch. Der Ludwigshafener Konzern erhöhte am Mittwoch aufgrund starker Nachfrage das mittelfristige Umsatzziel für seine Agrarchemiesparte. BASF rechnet nun damit, dass der Pflanzenschutz-Bereich Crop Protection bis 2015 mehr als sechs Milliarden Euro und bis 2020 acht Milliarden Euro Umsatz einfährt.

Bislang hatte Konzernchef Kurt Bock dem Geschäft bis 2020 einen Umsatz von sechs Milliarden Euro zugetraut. BASF stellt unter anderem Pestizide zur Bekämpfung von Schadpilzen, Insekten und Unkraut her und setzte im vergangenen Jahr in der Sparte 4,7 Milliarden Euro um. Der gesamt Konzernumsatz liegt bei 72,1 Milliarden Euro.

Wegen der hohen Nachfrage will BASF in den nächsten Jahren kräftig in sein Agrarchemie-Geschäft investieren. „Wir werden unser Portfolio weiter ausbauen, sowohl im klassischen Pflanzenschutz als auch darüber hinaus“, kündigte Crop-Protection-Chef Markus Heldt an. Im Zeitraum 2013 bis 2017 sollten die jährlichen Investitionen in die Produktion auf mehr als 300 Millionen Euro von bislang etwa 150 Millionen Euro verdoppelt werden.

Bock hat unter anderem vor, in Deutschland die Kapazitäten für das umsatzstarke Pilzbekämpfungsmittel F500 auszubauen. Aber auch die Produktion der Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) Dicamba und Kixor, die in den USA hergestellt werden, soll zulegen.

Zudem wollen die Ludwigshafener in Asien neue Anlagen errichten oder dort bestehende Werke erweitern. „Mittelfristig werden 50 Prozent des Umsatzes aus Schwellenländern - Asien, Lateinamerika, Afrika sowie Zentral- und Osteuropa - kommen“, sagte Heldt. Vor fünf Jahren hätten diese Länder etwa 35 Prozent zum Konzernerlös beigesteuert.

Bock setzt auf neue Produkte. Er traut Pflanzenschutzmitteln, die zwischen 2010 und 2020 auf den Markt kommen, inzwischen einen Spitzenumsatz von 1,7 Milliarden Euro zu. Das sind 500 Millionen Euro mehr als bislang. Rund neun Prozent des Pflanzenschutzumsatzes solle in die Forschung investiert werden. BASF forscht unter anderem an gentechnischen Methoden, die Pflanzen widerstandsfähiger machen sollen gegenüber klimatischen Faktoren wie Hitze oder Kälte.

Während BASF bei Fungiziden und Herbiziden gut aufgestellt ist, hat der Konzern noch Nachholbedarf bei Mitteln zur Bekämpfung von Insekten (Insektiziden). „Bei den Insektiziden haben wir noch heute eine relative Schwäche“, räumte Heldt ein. Seit 2003 habe BASF die Forschung und Entwicklung hier aber deutlich erhöht. Zudem sei man Partnerschaften wie mit Meiji Seika Kaisha in Japan eingegangen.

BASF hatte sein Pflanzenschutzgeschäft im vergangenen Jahr durch die 785 Millionen Euro teure Übernahme des US-Konzerns Becker Underwood kräftig ausgebaut. Mit dem Unternehmen aus Iowa erweiterte der Konzern vor allem seine Geschäfte in der Saatgutbehandlung. Der Einbau der Firma in die BASF-Strukturen ist inzwischen abgeschlossen. BASF konkurriert im Pflanzenschutz unter anderem mit dem Schweizer Konzern Syngenta und mit dem heimischen Chemierivalen Bayer. In den USA zählt Dow Chemical zu den Wettbewerbern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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