Millionenschwere Investitionen
Thyssen-Krupp hält an Edelstahl fest

Wenige Wochen vor seinem Rückzug stellt Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz die Weichen für einen Umbau der defizitären Edelstahlsparte. Der Aufsichtsrat solle dazu auf seiner Sitzung am Freitag Investitionsmittel von rund 240 Mio. Euro freigeben, heißt es im Konzern. Mit dem Geld soll das Edelstahlwerk in Düsseldorf geschlossen werden, die Kapazitäten sollen nach Krefeld verlagert werden.
  • 0

FRANKFURT. Beim Industriekonzern Thyssen-Krupp steht der nächste Umbau an. Das Unternehmen will sein defizitäres Edelstahlgeschäft neu ordnen und plant dazu die Schließung eines Werkes im Düsseldorfer Stadtteil Benrath. Die Kapazitäten sollen nach Krefeld verlagert werden. Zudem gibt es Überlegungen, die Beteiligung am chinesischen Edelstahlableger Shanghai Krupp Stainless (SKS) zu verkaufen, wie es in Unternehmenskreisen heißt. Eine Entscheidung sei dazu aber nicht gefallen.

Konzernchef Ekkehard Schulz hatte Anfang Oktober Gespräche mit dem chinesischen Stahlriesen Baosteel bestätigte, der bereits die verbliebenen 40 Prozent an der Gemeinschaftsfirma hält. Zugleich hatte er aber im Gespräch mit dem Handelsblatt betont, dass Thyssen-Krupp nicht unter Zeitdruck sehe, da SKS schwarze Zahlen schreibt. Lange Zeit hatte die 1998 gegründete Tochter Verluste ausgewiesen.

Mit der Umstrukturierung der Edelstahlsparte widmet sich Schulz wenige Wochen vor seinem altersbedingten Rückzug von der Konzernspitze dem größten Sorgenkind von Thyssen-Krupp. In den beiden vergangenen Geschäftsjahren häufte die Einheit einen Vorsteuerverlust von über einer Mrd. Euro an. In der Ende September abgeschlossenen Berichtsperiode 2009/2010 war der Geschäftsbereich der einzige, der noch roten Zahlen auswies. Thyssen-Krupp will am 30. November seine Bilanz vorlegen.

Grund für die Verluste sind aus Sicht von Branchenexperten hohe Überkapazitäten sowie die Preisschwankungen beim Rohstoff Nickel, der für die Herstellung von Edelstahl benötigt wird.

Trotz aller Widrigkeiten hält Thyssen-Krupp an dem Geschäftsbereich mit rund 11 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 4,2 Mrd. Euro fest. Diese Sicht teilt dem Vernehmen nach auch Vizevorstandschef Heinrich Hiesinger, der Mitte Januar Schulz nachfolgen wird. Er habe sich umfassend über das Geschäft informiert und die im Zusammenhang mit der Neuausrichtung geplanten Investitionen begrüßt, heißt es im Unternehmen. Hiesinger hat angekündigt, dass die Stahlsparten integraler Bestandteil von Thyssen-Krupp bleiben werden. Zugleich will er den Fokus aber stärker auf Bereiche wie Elevator lenken, die bessere Wachstumschancen bergen.

Seite 1:

Thyssen-Krupp hält an Edelstahl fest

Seite 2:

Kommentare zu " Millionenschwere Investitionen: Thyssen-Krupp hält an Edelstahl fest"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%