Millionenschwere Mitgift
Bosch verkauft Solartochter für einen Euro

Bosch ist seine defizitäre Solartochter Aleo losgeworden – für den symbolischen Preis von einem Euro. Damit ein asiatisches Joint Venture zuschlug, musste der Industriekonzern ein paar Millionen Euro draufpacken.
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DüsseldorfDer Bosch-Konzern schließt im Rückzug aus seinem verlustreichen Solargeschäft ein weiteres Kapitel und verkauft Großteile seiner kriselnden Tochter Aleo Solar. Zugreifen will eine Investorengruppe aus Asien, die sich die Filetstücke der Aleo-Gruppe mit Sitz im niedersächsischen Oldenburg und dem brandenburgischen Prenzlau sichert. Für den Löwenanteil der Beschäftigten ist das aber keine gute Nachricht: Das Geschäft mit den Asiaten soll fast Dreiviertel der Aleo-Belegschaft den Job kosten.

Nur 200 der zuletzt noch rund 730 Mitarbeiter haben demnach eine Zukunft bei Aleo, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der seit 2009 mehrheitlich zu Bosch zählende Solarspezialist zieht mit dem Verkauf einen Schlussstrich unter monatelange Negativnachrichten: Das Unternehmen hatte zuletzt hohe Verluste eingefahren und war von der Insolvenz bedroht. Allein nach den ersten neun Monaten 2013 standen bei der Aleo Solar AG unter dem Strich 63,6 Millionen Euro Verlust. Die gesamte Solarbranche kämpft mit Überangebot und Preisverfall.

Ein Aleo-Sprecher sagte auf Anfrage, von den derzeit noch 590 Stellen in der Prenzlauer Produktion sollten 150 Kräfte ein Übernahmeangebot erhalten. Der Standort Oldenburg werde ganz aufgegeben. Von den noch 120 Beschäftigten aus Verwaltung und Vertrieb in Oldenburg sowie von den 20 internationalen Jobs dürften insgesamt 50 Mitarbeiter bleiben. Damit fallen von den derzeit 730 Stellen etwa 530 weg, das entspricht 73 Prozent der gesamten Belegschaft. Im Herbst 2012 hatte Aleo noch 1030 Stellen. Die Verwaltungs- und Vertriebskollegen sollen in der Region Prenzlau einen Job bekommen. Auch eine Filiale in Berlin sei angedacht.

Aleo-Chef York zu Putlitz ließ sich Mittwoch mit den Worten zitieren: „Ich bedaure, dass es nicht möglich war, mehr Arbeitsplätze zu erhalten. Mit der Produktion in Prenzlau, einem Großteil der Vertriebsmannschaft und der Marke Aleo bleiben jedoch wesentliche Teile des Unternehmens erhalten.“ Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den Weg für die Pläne freimachen, das Treffen könnte im April stattfinden. Außerdem steht der Deal noch unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Wettbewerbshüter. Bosch besitzt laut Angaben vom Mittwoch noch 91 Prozent von Aleo. Der übrige Rest verteile sich im Streubesitz auf 1289 Kleinaktionäre.

Mit den Betriebsräten an den Standorten im niedersächsischen Oldenburg und dem brandenburgischen Prenzlau seien bereits Rahmensozialpläne vereinbart. Ein Interessensausgleich müsse nun verhandelt werden. Das Käuferkonsortium stammt aus der Solarbranche und sitzt in Taiwan, Japan und Hongkong. Die neuen Besitzer wollen den Kauf über eine GmbH mit Sitz in Hamburg abwickeln.

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Aleo muss selber für den Kauf drauflegen

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  • Bosch erlebt - wie soeben durch die Presse geht - bei der Tochtergesellschaft Rexroth das nächste Desaster. Teuer gekauft, mittlerweile mit enormen Verlusten dahinsiechend. Der ehemalige Kaufpreis (bilanziell als goodwill geführt) muß wohl weiter abgeschrieben werden, wie man aus dem Umfeld des Finanzvorstandes.
    Fehrenbach gehört abgelöst, der ist als Unternehmer absolut unfähig

  • Solche Firmen wurden doch nur wegen den Subventionen gegründet.

  • Jede Wette, daß der Aleo-Chef in Kürze wieder bei Bosch auftaucht?
    Man kümmert sich dort schliesslich um seine ausgesprochen erfolgreichen Führungsleute.

    Zum Totlachen...nur nicht für die Aleo Belegschaft.

    Die steht mehrheitlich auf der Straße.

    Bosch ist eine Schande für Deutschland.

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