Millionenschwerer Zukauf
Astra-Zeneca hat es auf CAT abgesehen

Der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca hat angekündigt, das Biotechnologie-Unternehmen Cambridge Antibody Technology (CAT) übernehmen zu wollen. Dafür ist der Konzern bereit, tief in die Tasche zu greifen.

HB LONDON. „Diese Akquisition ist für Astra-Zeneca eine langfristige strategische Investition in neue biologische Therapien“, begründete Konzernchef David Brennan am Montag den Übernahmevorstoß. Der Konzern wolle damit seine Forschungs- und Entwicklungspipeline an neuen Medikamenten ausbauen und erweitern. Das Angebot von 13,20 Pfund je Aktie bewerte CAT mit 702 Mill. Pfund (rund eine Milliarde Euro). Da Astra-Zeneca bereits knapp 20 Prozent an CAT hält, kostet das Geschäft den Konzern de facto 567 Mill. Pfund. Die Offerte entspricht einem Aufschlag von 67 Prozent zum Schlusskurs der CAT-Aktie am Freitag. CAT-Aktien stiegen am Montag an der Londoner Börse um mehr als 64 Prozent auf 1298 Pence. Die Übernahme soll bis Ende Juni abgeschlossen sein.

Biotechfirmen stehen zunehmend bei Pharmaunternehmen auf der Einkaufsliste, da viele Konzerne mit auslaufenden Patenten und mangelndem Medikamentennachschub zu kämpfen haben. Mit solchen Zukäufen können sich die großen Arzneimittelhersteller Zugang zu potenziellen Medikamenten verschaffen. Biotechfirmen erhalten wiederum starke Partner für die kostspielige Entwicklung ihrer Wirkstoffe.

Bis zum Jahr 2010 sollen bei Astra-Zeneca rund ein Viertel der Substanzen zur Medikamentenentwicklung biologischen Ursprungs sein. CAT ist darauf spezialisiert, Medikamente aus Antikörpern, dem Immunsystem des Körpers zur Krankheitsabwehr, zu entwickeln. Solche Medikamente haben häufig weniger Nebenwirkungen als rein chemisch hergestellte Arzneien.

Astra-Zeneca arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, seine Medikamentenentwicklung nach einer Reihe von Fehlschlägen in späten klinischen Studien, darunter beim Blutverdünner Exanta und beim Krebsmittel Iressa sowie beim Diabetes-Mittel Galida, wieder voranzubringen. Um sich Zugang zu neuen Medikamenten zu sichern, hatte der Konzern in den vergangenen Monaten Vereinbarungen im Volumen von rund zwei Mrd. Dollar getroffen.

CAT ist an dem deutschen Biotechnologieunternehmen Morphosys derzeit mit rund sechs Prozent beteiligt. Die beiden Konkurrenten hatten Ende 2002 einen jahrelangen Patentstreit mit einem Vergleich beendet. CAT erhielt nach der Vereinbarung Millionenzahlungen von Morphoys und wurde Aktionär bei dem Konkurrenten. Bei dem Streit ging es um die Nutzung der Antikörper-Bibliothek HuCal, die im Geschäftsmodell von Morphosys eine Schlüsselrolle spielt. Ein Morphosys-Sprecher sagte, er gehe derzeit nicht davon aus, dass sich an der Beteiligung von CAT an Morphoys etwas ändere.

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