Millionenspritze
Trevira sichert Finanzierung für Weiterführung

Der insolvente Faserhersteller erhält frisches Geld von der Bayerischen Landesbank, der LFA Förderbank und der Sparkasse Augsburg. Insgesamt umfasst das Paket rund zehn Mio. Euro. 2010 will die Trevira-Gruppe ein positives operatives Ergebnis erreichen.
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FRANKFURT. Ungeachtet des vor kurzem gescheiterten Verkaufs sieht der insolvente Textilfaserhersteller Trevira seine Weiterführung langfristig gesichert. Rechtzeitig zum Jahreswechsel habe man eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung abschließen können, teilte Insolvenzverwalter Werner Schneider mit.

"Nach der erfolgreichen Restrukturierung kann das Unternehmen bei Produktion und Vertrieb vollkommen eigenständig agieren", so Schneider. Er wiederholte zudem die Prognose, dass die Trevira-Gruppe 2010 ein positives operatives Ergebnis erreichen werde. Das operative Geschäft von Trevira soll Anfang 2010 im Zuge eines Betriebsübergangs auf eine neue Gesellschaft übertragen werden, deren Führung der frühere Trevira-Manager Uwe Wöhner übernimmt.

Die Finanzierung wird nach Angaben Schneiders zunächst von der Bayerischen Landesbank (BayernLB), der Sparkasse Augsburg und der LfA Förderbank Bayern gestellt. Später sollen auch Kreditinstitute aus Brandenburg in die Finanzierung einbezogen werden. Das komplette Finanzierungspaket im Umfang von zehn Mio. Euro wird durch eine Bürgschaft des Freistaates Bayern abgesichert.

Trevira wurde Ende der 90er- Jahre als eigenständige Gesellschaft aus dem Hoechst-Konzern ausgegliedert und 2004 vom indischen Chemiekonzern Reliance Industries übernommen. Der Faserhersteller musste jedoch im Juni Insolvenzantrag stellen, nachdem Reliance die Unterstützung für ein Sanierungskonzept verweigert hatte.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hattingen/Main beschäftigt derzeit noch rund 1 400 Mitarbeiter und erwartet für 2009 nach Angaben eines Sprechers rund 210 Mio. Euro Umsatz. Die Forderungen im Insolvenzverfahren bewegen sich früheren Angaben zufolge bei rund 85 Mio. Euro. Bereits zwei Monate nach Insolvenzantrag hatte Schneider einen Verkaufsvertrag für Trevira mit den Investoren Stefan Messer und Karl-Gerhard Seifert, einem früheren Hoechst-Vorstand, unterzeichnet. Doch dieser Vertrag platzte Ende November völlig überraschend, weil die Käufer die Finanzierung nicht sicherstellen konnten und Zugeständnisse beim Verkaufspreis forderten. Den Verkaufsprozess habe man beenden müssen, um Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten der Trevira Gruppe eine sichere Perspektive zu geben, teilte der Insolvenzverwalter damals mit. Verkaufsverhandlungen mit früheren Interessenten will er jetzt wieder aufnehmen. Es bleibe beim Ziel, einen Investor zu finden, aber man stehe nicht unter Zeitdruck, heißt es.

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