Millionensummen für Schrempp und Cordes
Aktienoptionen versüßen Abgang bei Daimler

Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp könnte in den nächsten Jahren aufgrund ihm zustehender Aktienoptionen hohe zweistellige Millionenbeträge kassieren. Den Betrag, den Noch-Mercedes-Chef Eckhard Cordes eingestrichen hat, nimmt sich geradezu klein dagegen aus. Dabei liegt er wesentlich höher als bislang bekannt.

HB DÜSSELDORF. Wie die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Zahlen aus dem Aktienoptionsprogramm des Konzerns und Schätzungen des Hamburger Wirtschaftsrechtlers Michael Adams berechnet hat, verfügt Schrempp über rund 2,6 Millionen Aktienoptionen aus den Jahren 2000 bis 2004, die er jeweils zehn Jahre lang ausüben kann. Die hohe Zahl ergebe sich daraus, dass dem Daimler-Chrysler-Vorstand 15 Prozent der aktuell ausstehenden 86,5 Millionen Aktienoptionen des Unternehmens zustehen. Adams schätzt, dass Schrempp, wie andere Vorstandschefs auch, über mindestens 20 Prozent der Vorstandsoptionen verfügt. Wie viele er noch ausüben darf, hängt von seinem Vertrag ab.

Prinzipiell können Aktienoptionen nur ausgeübt werden, wenn der Manager noch beschäftigt ist. Endet ein Arbeitsverhältnis, wie das von Schrempp, aber nicht durch Kündigung, sieht das Optionsprogramm "besondere Regelungen" vor. Kenner der Materie gehen laut Wirtschaftswoche davon aus, dass Schrempp kaum auf die einmal angehäuften Optionen verzichten dürfte.

Sollte der Kurs der Daimler-Aktie bis 2009 um sechs Prozent jährlich steigen, könnte Schrempp 27,6 Millionen Euro verdienen. Sollte sich die Aktie bis 2009 verdoppeln, würde er laut Wirtschaftswoche-Berechnungen gut 101 Millionen Euro einstreichen. Dabei kann Schrempp nicht nur vom Kursgewinn beim Verkauf der Aktien profitieren. Er erhält, wie sein Vorstandskollege Eckhard Cordes, der am Freitag 92 500 Optionen verkaufte, vom Konzern einen zusätzlichen vom Konzern so genannten Barausgleich. Bei Cordes lag dieser bei 5,73 Euro pro Aktie.

Durch diese Sonderregelung hat Cordes weit mehr verdient als bisher bekannt. Der Manager, dessen Ausscheiden aus dem Konzern in der aktuellen Führungskrise als sicher gilt, machte bei der Einlösung von Aktienoptionen insgesamt mehr als eine Million Euro Gewinn. Cordes erhalte neben dem bereits bekannten Kursgewinn von 479 150 Euro noch einen Barausgleich von rund 530 000 Euro, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Er bestätigte damit entsprechende Angaben der „Stuttgarter Nachrichten“.

Daimler-Chrysler zahle dem Vorstandsmitglied diesen Ausgleich für die 20-prozentige Differenz zwischen dem Ausübungspreis (34,40 Euro) und dem so genannten Referenzpreis. Der Referenzpreis sei im Aktienoptionsplan Anfang 2003 mit 28,67 Euro festgelegt worden.

Seite 1:

Aktienoptionen versüßen Abgang bei Daimler

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%