Millionenverlust im Quartal
Ciba baut 2 500 Arbeitsplätze ab

Wegen einer Abschreibung ist der Basler Spezialchemiekonzern Ciba im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Ciba baut derzeit den Konzern um, was auch weitere Arbeitsplätze kosten wird.

ap BASEL. Dem jüngsten Sparprogramm fallen bis ins Jahr 2009 weltweit 2 500 Stellen zum Opfer. Der Abbau werde mehrheitlich durch die natürliche Fluktuation umgesetzt, es werde aber auch zu Entlassungen kommen, gab die Ciba Spezialitätenchemie am Donnerstag bekannt. Der Abbau entspricht einem Sechstel des gegenwärtigen Personalbestands von rund 15 000 Beschäftigten. Wie sich der Stellenabbau verteilt, ist der Mitteilung nicht zu entnehmen.

Ciba hatte das vierte Sparprogramm innerhalb von fünf Jahren am 27. April angekündigt. Die so genannte „Operative Agenda“ soll die Kostenstruktur bis 2009 um jährlich 400 bis 500 Mill. sfr (253 bis 317 Mill. Euro) verbessern.

Ciba gab gleichzeitig das Quartalsresultat bekannt. Der Konzernverlust inklusive Restrukturierungskosten und einer erwarteten Abschreibung auf die verkaufte Sparte Textile Effects betrug 239 Mill. sfr; im Vorjahreszeitraum war noch ein Plus von 79 Mill. Euro erwirtschaftet worden. Alleine die Abschreibung riss ein Loch von 250 Mill. sfr in die Bilanz; zudem wurden noch 72 Mill. sfr zusätzliche Kosten für die Ausgliederung der Sparte verbucht. Der Umsatz sank infolge des Verkaufs von 1,858 auf 1,64 Mrd. sfr. Im fortgeführten Geschäft legte der Umsatz um 8 Prozent zu.

Marktexperten schätzten das Ergebnis bis auf den Reingewinn als überraschend positiv ein, da im Vorfeld viele Analysten damit gerechnet hatten, dass Ciba die Jahresprognose zurechtstutzen müsste. Die Aktie war vielfach zurückgestuft worden. „Ciba hat sehr vom operativen Hebel in den Sparten Plastic Additives und Coating Effects profitiert, doch bei Water and Paper Treatment ist noch einiges zu tun“, so LODH-Experte Alexandre Pasini. Das neue Restrukturierungsprogramm sei in seinem Umfang notwendig.

Ordentliche Zukunftsprognose

Die für Ciba immens wichtigen Rohstoffkosten legten im ersten Halbjahr insgesamt um 3 Prozent und die Energiekosten um 15 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zu. „Meine Einschätzung ist, dass wir in dieser Hinsicht nun den Höhepunkt überschritten haben, falls wir nicht noch sehr negative Entwicklungen beim Ölpreis haben werden“, sagte Ciba-Chef Armin Meyer in einer Telefonkonferenz. Der Druck von dieser Seite werde aber abnehmen. Die Verkaufspreise konnten in der ersten Jahreshälfte „teilweise“ erhöht werden, schreibt Ciba in der Pressemitteilung ohne konkrete Angaben zu machen.

Ciba bestätigte gemäß den Angaben den bisherigen Jahresausblick. Demnach werde unter Ausschluss von Restrukturierungskosten und der Wertminderung ein höherer Betriebsgewinn bei einer in etwa gleich bleibenden Betriebsgewinnmarge sowie eine Verbesserung des Konzerngewinns im fortgeführten Geschäft nach Steuern erwartet. Der Umsatz in Lokalwährungen solle zulegen und der Free Cash Flow „deutlich“ steigen.

Die Betriebsgewinn soll durch das Sparprogramm 2007 und 2008 um jährlich mehr als 1 Prozentpunkt steigen. Dem stünden Kosten von insgesamt 250 bis 300 Mill. sfr von 2006 bis 2009 gegenüber.

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