Millionenverluste
Peugeot plant den Kahlschlag

Die Verluste beim kriselnden Autobauer Peugeot Citroen sind noch einmal angewachsen. Die Franzosen reagieren mit Investitionskürzungen und weiteren Sparmaßnahmen. Nun wird der Ruf nach Staatshilfen laut.
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ParisDer krisengeschüttelte französische Autobauer PSA Peugeot Citroen plant Einsparungen über 1,5 Milliarden Euro bis 2015. Dazu sollen die bereits angekündigte Streichung von 8000 Stellen und die angestrebte Schließung eines Werks bei Paris 600 Millionen Euro beitragen, wie das Management am Mittwoch ankündigte.

Zudem sollen die Investitionen um 550 Millionen Euro gekürzt werden. Die Allianz mit dem US-Partner General Motors soll zusätzliche Kostensenkungen von 350 Millionen Euro bringen. Konzernchef Philippe Varin verwies auf die schweren Auswirkungen der Krise in Europa auf das eigene Geschäft. Die neue sozialistische Regierung in Paris hatte den PSA-Sanierungsplan als "nicht akzeptabel" kritisiert und unter anderem verlangt, den traditionsreichen Standort in Aulnay-sous-Bois bei Paris zu erhalten, wo ab 2014 die Produktion eingestellt werden soll.

Die Autosparte schloss das erste Halbjahr mit einem operativen Verlust von 662 Millionen Euro ab. Im Konzern betrug der Nettoverlust 819 Millionen Euro nach einem Gewinn von 806 Millionen vor Jahresfrist. Der Umsatz sank um gut fünf Prozent auf 29,55 Milliarden Euro.

Die Ratingagentur Fitch reagierte prompt und stuft den Autobauer ab: Für Peugeot geht es von BB+ auf BB abwärts.

Angesichts der Krise der französischen Autobauer legt die französische Regierung heute ihren Plan zur Unterstützung der Branche vor. In einer Kabinettssitzung in Paris sollen die Hilfen beraten werden. Im Gespräch ist die Förderung von innovativen Modellen wie Hybrid- oder Elektroautos. Insbesondere die deutschen Hersteller könnten durch die neuen Regelungen benachteiligt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Millionenverluste: Peugeot plant den Kahlschlag"

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  • Warum auch Qualität liefern,geplante Obsolenz erhält auf Dauer Arbeitsplätze und schönt Verkaufszahlen .Der Kapitalismus ist auf ständigen Konsum angewiesen – ohne ihn kein Wachstum .Ob diese Vorgehensweise auf Dauer "gesund" ist ,sei dahingestellt -irgendwann nippeln sie eh ab , wenn sich die Rohstoffpreise erhöhen.
    Ein erster Schritt ,in eine andere Richtung wäre ,dass Technik wieder so konstruiert wird, dass sie reparabel und wieder verwendbar ist.

  • Interessanter Vorgang!
    Wo ist eigentlich in diesem französischen Fall die EU-Kommission, die sofort mit der Wettbewerbsverzerrungskeule droht?
    Ich glaube, vor ein paar Jahren gab es bei einem Stützungsvorhaben sofort Dresche für die deutsche Regierung.
    Europa, Du bist unrockbar!

  • Das ist halt Marktwirtschaft, aber die Regierung in Paris wird es schon richten...
    Da sollte das Managment mal hinterfragt werden!!!

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