Millionenvolumen
Fresenius Medical Care will Aktien zurückkaufen

Der Dialysespezialist startet ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von bis zu 385 Millionen Euro. Fresenius Medical Care möchte zudem seine Aktienstruktur vereinfachen und Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln.
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FrankfurtFresenius Medical Care (FMC) beglückt seine Aktionäre: Der weltgrößte Dialysekonzern will eigene Papiere im Wert von bis zu 385 Millionen Euro zurückkaufen und Vorzugs- und Stammaktien zusammenlegen, wie das Unternehmen am Donnerstag ankündigte. Die im Dax notierten FMC-Papiere schossen daraufhin über vier Prozent auf 56,40 Euro nach oben und waren mit Abstand größter Gewinner im deutschen Leitindex. „Es ist positiv, dass FMC weitere Gelder an seine Aktionäre ausschüttet und seine Kapitalstruktur vereinfacht“, sagte Equinet-Analyst Konrad Lieder.

Die Experten der Berenberg Bank halten es für wahrscheinlich, dass FMC in den kommenden Jahren weitere Aktien zurückkaufen wird. Für den Konzern, der in der Vergangenheit viele bedeutende Übernahmen gestemmt hat, gebe es aus kartellrechtlichen Gründen künftig nur noch wenige große Zukaufsmöglichkeiten, erklärten die Berenberg-Analysten. „Wenn FMC nicht in einen neuen Geschäftsbereich vorstößt, was unwahrscheinlich ist, steht der Konzern in den kommenden Jahren vor dem Dilemma, was er mit seinem Geld anfangen soll.“

Im nächsten halben Jahr wird FMC rund sieben Millionen Aktien zurückkaufen. Bezahlt werden sie durch Einnahmen aus dem Tagesgeschäft und Kredite. Der Anteil des Mutterkonzerns Fresenius an der FMC werde durch den Rückkauf und die Vereinheitlichung der Aktienstruktur von 30,8 Prozent auf 31,5 Prozent steigen, sagte ein Konzernsprecher. Fresenius kontrolliert FMC als persönlich haftender Gesellschafter, so lange der Anteil an FMC über 25 Prozent liegt.

Fresenius hat bereits vor mehr als zwei Jahren Vorzugs- und Stammaktien verschmolzen. Nun wandelt auch die Tochter FMC die verbliebenen Vorzugsaktien im Verhältnis 1:1 in Stammaktien um. Ein großes europäisches Geldhaus, das rund 77 Prozent der Vorzüge hält, unterstützte den Schritt, erklärte FMC. Da die Vorzugsaktie zum Handelsschluss am Mittwoch mit 43,50 Euro deutlich weniger wert war als die FMC-Stammaktie, legt der Großaktionär bei der Umwandlung neun Euro pro Aktie darauf. Ein besonders gutes Geschäft machen alle anderen FMC-Vorzugsaktionäre - sie müssen nämlich keinen Zuschlag bezahlen. Die FMC-Vorzüge kletterten deshalb am Donnerstag um 27 Prozent auf 55,34 Euro und waren damit nur noch rund einen Euro billiger als die Stammaktien des Dialysekonzerns. Beschlossen werden soll die Umwandlung auf der Hauptversammlung von Fresenius Medical Care am 16. Mai sowie bei einem gesonderten Treffen der Vorzugsaktionäre direkt im Anschluss.

Durch die Verschmelzung der Aktien will das Unternehmen aus dem hessischen Bad Homburg künftig Kosten sparen. Zudem steigt die Liquidität der FMC-Aktie, was das Gewicht des Papiers im Dax etwas stärken wird. Da die Vorzugsaktien derzeit nur rund 1,3 Prozent des FMC-Grundkapitals ausmachen, werde sich der Effekt allerdings in Grenzen halten, erklärte Equinet-Analyst Lieder.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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