Millionenzuschüsse für Vectra-Werk in Rüsselsheim
Bundesregierung hilft Opel bei Qualifizierung

Im Standort-Duell zwischen Opel in Rüsselsheim und Saab im schwedischen Trollhättan unterstützt die Bundesregierung Opel auf indirektem Weg. Wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums gestern in Berlin sagte, gebe es das Angebot, dass die Bundesagentur für Arbeit einen Teil der Kosten für Qualifizierungsmaßnahmen von Opel-Mitarbeitern übernimmt, falls der Standort den Zuschlag für die künftige Produktionslinie erhält.

HB FRANKFURT. Ein Sprecher von Opel bestätigte die Informationen auf Anfrage. Nach Schätzungen von Branchenexperten könnte der Mutterkonzern General Motors (GM) dadurch einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag sparen.

Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson hatte Zeitungsberichten zu Folge Infrastruktur-Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in der Region um Trollhättan angeboten, falls sich GM für Schweden als Produktionsort der kommenden Mittelklassemodelle Vectra und Saab 9-3 entscheiden sollte. Er wird die Details des Infrastrukturprojektes wahrscheinlich heute in Schweden der Öffentlichkeit vorstellen.

GM hat beschlossen, die Fertigung der Mittelklasse von 2008 an an einem Standort zu konzentrieren. Die jeweiligen Standort-Verantwortlichen mussten bis zum vergangenen Wochenende ihre Kostenkonzepte in der GM-Europazentrale in Zürich einreichen. Sie werden nun von Experten analysiert. Anfang 2005 will das GM-Europa-Management eine Entscheidung fällen.

Die Sprecherin des Berliner Wirtschaftsministeriums betonte, das Hilfsangebot sei in Abstimmung zwischen Opel, dem Wirtschaftsministerium und der Bundesagentur für Arbeit geschnürt worden. „Die Regelungen für Arbeitsfördermaßnahmen greifen nicht erst dann, wenn die Menschen arbeitslos sind“, sagte sie. Das Volumen der Unterstützung konnte sie nicht beziffern.

Im Werk Rüsselsheim sind rund 5 600 Mitarbeiter beschäftigt, der Löwenanteil direkt in der Produktion. Sie müssten für den Wechsel auf neue Produktionsanlagen qualifiziert werden. Die Bundesagentur für Arbeit war auf Grund des Feiertags in Bayern für Details nicht zu erreichen. Unterdessen hat der hessische CDU-Wirtschaftsminister Alois Rhiel die Bundesregierung in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement zu mehr Engagement für Rüsselsheim aufgefordert.

Die Konzentration der Mittelklasse-Produktion ist ein Teil der Neustrukturierung des Europa-Geschäfts von General Motors, um nach mehreren Verlustjahren wieder in die Profitabilität zurückzukehren. Zusätzlich hat GM angekündigt, in Europa 12 000 von 63 000 Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren abbauen zu wollen.

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