Minderheitsaktionäre beantragen Sonderprüfung Wella-Aktionäre ziehen vor Gericht

Die Minderheitsaktionäre des Kosmetik-Unternehmens Wella haben wie angekündigt bei Gericht eine Sonderprüfung der Wella-Übernahme durch den US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble beantragt.

HB DARMSTADT. Nach ihrem Willen sollen zwei unabhängige Experten herausfinden, ob bei der Wella-Übernahme durch Procter & Gamble (P&G) im vergangenen Jahr alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Februar hatten die Mehrheitsaktionäre von P&G eine Sonderprüfung abgelehnt, da sie das Unternehmen über Gebühr belaste.

Anlass des Streits ist der von P&G angebotene Kaufpreis. So zahlte das US-Unternehmen (Meister Proper) für die Stammaktien, die sich hauptsächlich in der Hand der Erbenfamilie befanden, mehr als 92 € pro Stück, für die Vorzugsaktie dagegen nur 65 €. Dies entspricht nach Meinung der Minderheitsaktionäre nicht dem Wert von Wella. Die Sonderprüfer sollen deshalb untersuchen, ob der Wella-Vorstand korrekt gehandelt hat. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob Vorstandschef Heiner Gürtler gleichzeitig eine Führungsposition bei P&G einnehmen darf.

Außerdem sollen die Prüfer nach Hinweisen fahnden, ob P&G vertrauliche Wella-Daten an sich genommen und Wella-Mitarbeitern Weisungen erteilt hat. Damit hätte das US-Unternehmen seine Kompetenzen überschritten. In diesem Falle drohen weitere Prozesse um Schadenersatz.

Die klagenden Investmentfonds sehen gute Chancen für ihren Antrag, da noch 54,8 % der Vorzugsaktien im freien Verkauf sind. Außerdem habe sich der Wella-Vorstand selbst in der Vergangenheit mehrfach für eine Sonderprüfung ausgesprochen. Mit einer Entscheidung des Gerichts rechnen die Anwälte noch in diesem Frühjahr.

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