Minenkonzern
Fallende Rohstoffpreise belasten Xstrata

Der Schweizer Bergbauriese meldet einen Gewinneinbruch um ein Drittel. Vor allem der Preisverfall bei Nickel und Zink drückt das Ergebnis. Doch der Xstrata-Chef gewinnt dem Rückgang positive Seiten ab.
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LondonDer Minenkonzern Xstrata erleidet einen Gewinneinbruch. Das Nettoergebnis fiel im ersten Halbjahr um 33 Prozent. Zu schaffen machte dem Schweizer Bergbaukonzern der Rückgang der Rohstoffpreise. Xstrata ist das Ziel einer 28 Milliarden Dollar schweren Übernahmeofferte durch den Rohstoffhändler Glencore.

Der Nettogewinn der Schweizer sank auf 1,9 Milliarden Dollar, verglichen mit 2,9 Milliarden ein Jahr zuvor, teilte die Gesellschaft aus dem schweizerischen Zug in einer Erklärung mit. Damit übertraf Xstrata die durchschnittliche Analystenschätzung von 1,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz ging um sieben Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar zurück. Die Gesellschaft will eine Zwischendividende von 14 Cent je Aktie zahlen.

"Unsere Finanzperformance im ersten Halbjahr spiegelt eine zyklische Abschwächung der Rohstoffpreise und den Übergang zu unserer nächsten Generation von kostengünstigeren Minen dar", erläuterte Finanzvorstand Mick Davis in der Erklärung. "Die Rohstoffpreise sind gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum erheblich gesunken, insbesondere bei Nickel und Zink."

Dem schwächeren Ergebnis kann Konzernchef Mick Davis aber durchaus positive Seiten abgewinnen. "Wir sind gut aufgestellt als Unternehmen, um gemeinsam mit Glencore ein wirklich großes Bergbauunternehmen zu schaffen", erklärte Davis. "Und sollte es dazu nicht kommen, sind wir ebenfalls gut aufgestellt als Xstrata, um alleine weiterhin den Wert für unsere Aktionäre zu steigern."

In der bislang größten Fusion der Branche will Xstrata-Haupteigner Glencore das ebenfalls in der Schweiz ansässige Unternehmen für 26 Milliarden Dollar übernehmen. Doch Xstratas zweitgrößer Aktionär, das Emirat Katar, will mehr Geld sehen. Die Xstrata-Aktionäre stimmen im September über das Vorhaben ab. Glencore dürfte den Halbjahresbericht von Xstrata sorgfältig danach durchforsten, ob schlechtere Geschäftsaussichten gegen ein aufgebessertes Angebot sprechen.

"Ich denke nicht, dass dieses Zwischenergebnis irgendetwas an der Meinung von Glencore oder auch der Katarer ändert", meint dagegen Analystin Alison Turner von Panmure Gordon. Insgesamt habe sich Xstrata ganz gut geschlagen und der Zwischenbericht sei dank Kostensenkungen etwas besser ausgefallen als erwartet. An der Londoner Börse lag das Papier 2,3 Prozent im Plus.

Die Branche steckt derzeit in der Zwickmühle: Eine abnehmende Nachfrage drückt auf die Preise, während Lohn- und Energiekosten hoch bleiben. Der durchschnittliche, im australischen Hafen Newcastle gezahlte Preis für Kohle für Strom, der als Vergleichsmaßstab für Asien gilt, ist im ersten Halbjahr auf 103 Dollar je Tonne gesunken, verglichen mit 124 Dollar ein Jahr zuvor, wie aus Daten der McCloskey Group hervorgeht.

Kupfer, das andere Hauptprodukt von Xstrata, verbilligte sich um 14 Prozent auf 8087 Dollar je Tonne. Der Preis für Nickel sank um 28 Prozent auf durchschnittlich 18,438 Dollar und Zink ist um 15 Prozent auf 1978 Dollar gefallen, berichtete die Minengesellschaft.

Xstrata bekam das Marktumfeld nicht nur selbst zu spüren, sondern auch über seine 25-prozentige Beteilung Lonmin. Der Konzern schrieb 514 Millionen Dollar auf den Wert des Platin-Herstellers ab.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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