Minenkonzern gibt Mehrheit an Goldtochter ab
Anglo American verschlankt Geschäft

Der Bergbaukonzern Anglo American plant eine Fokussierung seines Geschäfts auf weniger Rohstoffe und wird im Zuge dessen seinen Mehrheitsanteil an der Goldtochter Anglogold Ashanti abgeben. Das teilte das britisch-südafrikanische Unternehmen gestern mit.

wd KAPSTADT. Künftig wird der Konzern aus sechs statt acht Sparten bestehen: je eine für die Geschäfte mit Platin, Diamanten, Grund-, Industrie- und Eisenmetallen sowie Kohle. Die Papierproduktion und Teile des Stahlgeschäfts werden ausgegliedert.

Mit der Neuausrichtung konzentriert sich Anglogold auf die gewinnträchtigen Stammgeschäfte im Bergbau. Zuletzt hatte das vor allem in Südafrika beheimatete Goldgeschäft unter dem starken Rand gelitten. Die südafrikanische Währung hat seit Anfang 2002 fast 90 Prozent zum Dollar an Wert gewonnen, wodurch die in Dollar berechneten Exporterlöse markant sanken.

Zugleich rüstet sich Anglo mit der neuen Struktur für mehr Wachstum im Ausland, um mit Konkurrenten wie BHP Billiton mithalten zu können. Der Schwerpunkt des Expansionsprogramms liegt auf China, Indien und Südamerika. Bereits jetzt steuert der amerikanische Kontinent mit 45 Prozent mehr als jede andere Region zur Gesamtproduktion des Minenhauses bei, das noch vor Jahren fast nur auf Südafrika beschränkt war.

Bemerkenswert an dem geplanten Umbau ist vor allem, dass Anglo American seinen 53-prozentigen Anteil an der Gold-Tochter markant reduzieren will. Denn die Trennung ist ein Bruch mit der langen Tradition des Konzerns: Anglo wurde 1917 von Ernest Oppenheimer als Goldförderer gegründet, das Unternehmen expandierte aber schnell in andere Geschäfte. Anglogold Ashanti wird künftig nicht mehr als Konzerntochter geführt, allerdings will Anglo zumindest mittelfristig wichtiger Anteilseigner an dem Goldproduzenten bleiben.

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