Minenkonzerne
Die Euphorie der Bergbau-Riesen schwindet

Wackelige Wachstumsaussichten in den Wirtschaftszentren USA, Europa und China trüben den Ausblick der Bergbaukonzerne. Die Übernahme von Xstrata durch Glencore stockt. Die gefeierte Branche ringt erstmals mit Problemen.
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DüsseldorfDie unsicheren Konjunkturaussichten schlagen auf die Perspektiven der Grundgüterbranche durch. Der weltweit drittgrößte Bergbaukonzern Rio Tinto dämpft seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen hat im zweiten Quartal 48,8 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert. Der Wert stagniert damit auf dem Vorjahresniveau.

„Die weltweite wirtschaftliche Verfassung und Stimmung hat sich im zweiten Quartal erheblich eingetrübt“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Rio Tinto, Tom Albanese. Das Unternehmen werde das Tempo der Erholung in den USA aufmerksam verfolgen. Auch die anhaltende Krise in der Eurozone und die Bestrebungen in China, die Wirtschaft zu stimulieren beobachte der Bergbau-Riese genau.

Besonders das Wachstum in China hat der Rohstoff-Branche lange Zeit immense Zuwachsraten beschert. Der Aufbau der Infrastruktur im Reich der Mitte und die wachsende Industrieproduktion dort haben die Nachfrage nach Eisenerz, der Basis für die Stahlproduktion, sowie Kupfer und Zinn angetrieben. Eine Grenze des Wachstums war nicht in Sicht. Nach Jahren der Rohstoff-Hausse trüben sich nun die Aussichten für die erfolgsverwöhnte Branche ein.

Nun beobachten die Minenkonzerne mit wachsender Nervosität, wie chinesische Stahlmühlen den Kauf von Eisenerz verzögern. Einige Hütten reduzieren mangels Nachfrage nicht nur ihre Produktion, sie hoffen offenbar auf einen weiteren Rückgang des Preises des wichtigen Rohstoffs für die Stahlherstellung.

Der Preisverfall hat bereits eingesetzt. Kostete eine Tonne Eisenerz im vergangenen Jahr zweitweise noch mehr als 150 Dollar, sank der Preis auf inzwischen rund 130 Dollar. Entsprechend kappen Analysten ihre Ertragsprognosen für die Minenkonzerne. So senkten in den vergangenen vier Wochen die Experten ihre Gewinnvorhersage für Rio Tinto um fast eine Milliarde Dollar. Im Schnitt rechnen Analysten laut dem Finanzinformationsdienst Bloomberg nun mit einem Nettogewinn von 11,6 Milliarden Dollar.

Unverändert optimistisch zeigt sich dagegen der australisch-britische Konzern BHP Billiton. Das Unternehmen produzierte im abgelaufenen Geschäftsjahr so viel Eisenerz wie nie zuvor, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Eisenerzförderung des Unternehmens kletterte im Geschäftsjahr 2011/12 per Ende Juni um fast ein Fünftel auf knapp 160 Millionen Tonnen. Zudem baut BHP Billiton trotz der Sorgen um sinkende Rohstoffpreise und eine weiter abkühlende Weltwirtschaft seine Produktionskapazität aus.

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Auf den zweiten Blick ist die Lage nicht ganz so rosig

Kommentare zu " Minenkonzerne: Die Euphorie der Bergbau-Riesen schwindet"

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  • Wann kommt der Peak wann kommt der Peak?
    Geil, dass Katar nicht nur bei Daimler sondern auch noch bei den Rohstoffen quasi das Sagen hat. Da ist ja dann fast die komplette Supply-Chain abgedeckt.

    Die Deutschen dürfen nur noch Zusammenschrauben, Erfinden und natürlich schön überteuerte Premium-Karren inklusive teurem Öl konsumieren.


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