Mineralbrunnen verfehlt Zielvorgabe
Gerolsteiner bekämpft Absatzflaute mit einer Vitaminspritze

Die Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co KG hat ihre Umsatz- und Absatzziele im ersten Halbjahr 2005 nicht erreicht und startet deshalb eine Innovations- und Exportoffensive.

GEROLSTEIN. In den ersten sieben Monaten setzte Gerolsteiner rund vier Mill. Hektoliter Getränke im Wert von 115 Mill. Euro ab und blieb damit knapp auf Vorjahresniveau. Gerolsteiner erfasst in seiner Halbjahresbilanz traditionell den Juli als absatzstärksten Monat. Ertragszahlen veröffentlicht das mehrheitlich im Besitz der Bitburger Holding befindliche Familienunternehmen nicht.

Gerolsteiner-Chef Jörg Croseck räumte gegenüber dem Handelsblatt ein , „dass wir uns mehr vorgenommen hatten“. Die gesamte Mineralwasserbranche verzeichnete im ersten Halbjahr vor allem wegen des schlechten Wetters ein Absatzminus von 0,5 Prozent. Außerdem hält der Preisdruck der Discounter an. Während der Liter Gerolsteiner im Handel durchschnittlich rund 54 Cent kostet, bietet der Discounter Aldi Mineralwasser bereits für knapp 13 Cent an. „Inzwischen wird jede dritte Flasche Mineralwasser über den Discount verkauft“, sagte Croseck, der aber an der hochpreisigen Premium-Strategie festhält.

So wird Gerolsteiner ab Oktober zwei neue Geschmacksrichtungen lancieren. Mit „Sonnenvitamin“ und „Milder Winter“ führt der Mineralbrunnen saisonale Getränke auf Mineralwasserbasis ein, die den geringeren Mineralwasserkonsum im Winter ankurbeln sollen. Mit der Anreicherung von Vitaminen lobt Croseck bei „Sonnenvitamin“ außerdem einen gesundheitlichen Zusatznutzen aus. Ein angepeilter Endverbraucherpreis von 1,18 Euro pro Liter sorgt für eine attraktive Marge.

Während der Konzentrationsprozess unter den deutschen Mineralbrunnen nach der Übernahme der Brau und Brunnen Mineralquellen durch Hassia weiter fortschreitet, hat Gerolsteiner eher das europäische Ausland im Visier. Gerolsteiner dementierte jedoch Interesse an der Marke Apollinaris von Cadbury Schweppes. Zunächst soll der eigene Export weiter wachsen: Den Ausfuhranteil will Croseck bis 2010 von vier auf zehn Prozent steigern.

Hilfreich hierbei ist das Engagement im internationalen Profi-Radsport. Gerolsteiner hat seit 1998 seinen Bekanntheitsgrad stetig gesteigert. Den positiven Trend will Gerolsteiner weiter nutzen: Der Sponsoring-Vertrag mit dem „Team Gerolsteiner“ läuft noch bis Ende 2008.

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