Mirko Kovats
Österreichischer Investor will in Deutschland zukaufen

Der österreichische Investor Mirko Kovats strebt nach dem Einstieg bei der Norddeutschen Affinerie weitere Übernahmen an – auch und gerade in Deutschland. Für die Affinerie hat er offenbar weitergehende Pläne.

DÜSSELDORF/WIEN. Akquisitionen in Deutschland in einer Größenordnung um 100 Mill. Euro seien machbar, sagte der 58-jährige Investor dem Handelsblatt. Am Freitag hatte das von Kovats kontrollierte österreichische Industriekonglomerat A-Tec den Kauf von zehn Prozent an der Norddeutschen Affinerie (NA) bekannt gegeben. An der Börse flammten Spekulationen auf, dass Kovats die komplette Übernahme der Kupferhütte plane. Zu diesen Spekulationen sagte Kovats lediglich: „Ich bin nicht eingestiegen, um wieder auszusteigen.“

Die Aktie von Europas größter Kupferhütte sprang am Freitag um 11,5 Prozent auf knapp 33 Euro und war größter Gewinner im M-Dax. Kovats gilt als Spezialist für schnelle Beteiligungskäufe, der seine wahren Absichten lange geheim hält.

Das österreichische Industriekonglomerat A-Tec Industries, das Kovats mehrheitlich über eine private Stiftung kontrolliert, hatte zuvor den Kauf eines Anteils von 10 Prozent an dem Hamburger Unternehmen bekannt gegeben. Verkäufer ist der einzige NA-Großaktionär, die Lübecker Possehl-Gruppe. Angaben zum Kaufpreis machte die seit 2006 börsennotierte A-Tec nicht. Nach Schätzungen aus Finanzkreisen dürfte der Einstieg bei der NA 100 Mill. Euro gekostet haben. Auch der Kurs der A-Tec-Aktie legte kräftig zu

Größere Aufmerksamkeit erlangte Kovats 2003, als er 20 Prozent der Anteile am österreichischen Anlagenbauer VA Technologie kaufte und sie ein Jahr später mit Gewinn an Siemens weiterreichte. Viele seiner Landsleute verübeln ihm das bis heute. Erst im Mai kaufte Kovats den seit Jahren kriselnden Ratinger Großanlagenbauer Lentjes von Gea – für einen symbolischen Euro.

NA-Vorstandschef Werner Marnette reagierte gelassen auf den Wechsel des Großaktionärs. „Der Einstieg eines Finanzinvestors wäre kritischer gewesen“, sagte er dem Handelsblatt. Außerdem habe er von den Verkaufsabsichten Possehls gewusst. Dort sitzt Marnette im Aufsichtsrat. Umgekehrt ist der frühere Possehl-Chef Ernst J. Wortberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der NA. Gut findet Marnette, dass sich Kovats in der Branche auskenne. A-Tec besitzt 91 Prozent an der Montanwerke Brixxleg, einem Kupferrecylcer in Tirol. In diesem Jahr kaufte A-Tec die französische Kupferhütte Gindre Duchanavy hinzu. Die Metall-Division dürfte daher zur größten innerhalb der A-Tec-Gruppe aufsteigen, die 2006 einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro erzielte. A-Tec ist außerdem in den Bereichen Antriebstechnik sowie Anlagen- und Maschinenbau tätig und beschäftigt weltweit 11 000 Mitarbeiter.

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