Mischkonzern: 3M kündigt weitere Übernahmen an

Mischkonzern
3M kündigt weitere Übernahmen an

Attacke aus Amerika: Der Mischkonzern 3M, bekannt für seine gelben Klebezettel, hat es auf deutsche Technologiefirmen abgesehen. Deutschland-Chef Günter Gressler will klotzen statt kleckern.
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NeussDer US-Mischkonzern 3M hat deutsche Technologiefirmen im Visier. Die Firma plane weitere Zukäufe, sagte Deutschland-Chef Günter Gressler am Mittwoch in Neuss. 3M wolle seinen Industriekunden neue Technologien anbieten. So seien etwa in der Automobilindustrie zunehmend Folien anstelle von Lacken gefragt. Konkrete Übernahmekandidaten nannte der Manager allerdings nicht.

Dafür deutete er eine aggressive Marschroute an: „Die Erfahrung hat gezeigt, dass man sich große Unternehmen leichter einverleiben kann als kleine. Die größeren lohnen sich mehr. Der Aufwand ist gleich, egal ob ein Unternehmen nun 50 Millionen Euro Umsatz macht oder 250 Millionen“, sagte Gressler. 3M will also klotzen statt kleckern.

Wie wichtig Akquisitionen für 3M sind, zeigt sich in den vorläufigen Zahlen für 2012: Ein wesentlicher Teil des Umsatzwachstums ist auf die 2011 abgeschlossene Übernahme der Winterthur Technology GmbH zurückzuführen. In Deutschland steigerte 3M seine Erlöse um 9,2 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Das Geschäft mit den meist europäischen Schwesterfirmen legte um 3,7 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro zu. Vor Zinsen und Steuern verdiente 3M gut 267 Millionen Euro.

Das vor allem für seine gelben Haftnotizzettel bekannte Unternehmen hatte sich mehr erhofft. „Nach einem sehr guten Umsatzwachstum im ersten Halbjahr sind unsere Umsätze zum Jahresende stärker als erwartet zurückgegangen“, sagte Finanzchef Thomas Fiebig. So habe die Elektronik-Sparte gelitten, weil „ein großer Telefonkonzern“ den Ausbau seiner Netze gedrosselt habe. Und weil der Staat kaum noch Verkehrsschilder aufstellen ließ, seien der Sicherheitssparte von 3M Aufträge für Spezialbeschichtungen weggebrochen.

Gut lief dagegen das Geschäft der Dentalsparte. Auch bei Klebern, Atemschutzmasken, Ohrstöpseln und Reflexmaterialien für Warnwesten meldet 3M Zuwächse.

Fürs laufende Jahr gibt sich Deutschland-Chef Gressler optimistisch. „Im vierten Quartal erwarten wir einen Boom in der Industrieproduktion“, sagte der Manager. 2013 werde sein Unternehmen auch wieder stärker aus eigener Kraft wachsen. Um 7,5 Prozent soll der Umsatz in Deutschland zulegen. Zusammen mit dem kürzlich übernommenen Schleifmaschinenhersteller Winterthur Technology peilt Gressler sogar ein Wachstum von 17 Prozent an.

Künftig will der Manager vor allem mit Neuentwicklungen erfolgreich sein. Bis 2017 soll sein Unternehmen 40 Prozent der Erlöse mit Produkten machen, die jünger als fünf Jahre sind. Damit dieses Vorhaben gelingt, setzt 3M neben Übernahmen auch auf neue Fachkräfte: Das Unternehmen will mindestens 40 zusätzliche Forscher einstellen.

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