Mischkonzern
Evonik traut sich keine Prognose zu

Die schwerste Chemie-Krise seit mehr als 30 Jahren hat auch den Essener Mischkonzern Evonik fest im Griff. Auch dank seines Sparprogramms konnte der Konzern im Halbjahr aber einen Gewinn schreiben, teilte Evonik am Mittwoch in Essen mit.

DÜSSELDORF. Der Essener Mischkonzern Evonik spürt eine leichte Verbesserung seines größten Geschäftsfelds Chemie, das für rund 70 Prozent des Konzernumsatzes steht. Allerdings sieht Konzernchef Klaus Engel noch keine grundlegende Trendwende. Einige Produkte, wie Zusatzstoffe für Futtermittel in Asien oder Lacke und Farben verkaufen sich nach Angaben einer Sprecherin wieder besser. „Die Erholung verläuft jedoch auf niedrigem Niveau“, sagte Engel anlässlich der Vorlage der Halbjahreszahlen.

Insgesamt sank der Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 6,3 Mrd. Euro. Dabei war der Rückgang im weitaus größten Geschäftsbereich Chemie mit minus 22 Prozent am stärksten. Das Konzernergebnis fiel von 520 Mio. Euro vor einem Jahr auf 43 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr traut sich Engel wegen der großen Unsicherheit keine Prognose zu. Bei der Bilanzpressekonferenz Ende März hatte Engel gesagt, Evonik gehe insgesamt nicht von roten Zahlen aus.

Das zweite Quartal ist für den Mischkonzern besser gelaufen als das erste. Da hatte der Konzern nach Steuern noch einen Konzernverlust von 46 Mio. Euro ausgewiesen. Fürs erste Halbjahr weist Evonik jetzt einen Konzerngewinn von 43 Mio. Euro aus. Allerdings hatte der Konzern im ersten Halbjahr 2008 noch einen Konzerngewinn von 520 Mio. Euro ausgewiesen.

„Unsere konzernweiten Gegenmaßnahmen wirken“, begründete Engel. Evonik hat Anfang des Jahres ein Sparprogramm gestartet, das im laufenden Jahr die Kosten um rund 300 Mio. Euro senken soll und bis 2012 Einsparungen von 500 Mio. Euro bringen soll. „Wir sind zuversichtlich, das Einsparziel von 300 Mio. Euro sogar überschreiten zu können“, sagte Engel jetzt. Aus Konzernkreisen verlautet, dass im ersten Halbjahr bereits rund 235 Mio. Euro Einsparungen erreicht worden sind.

Dabei kommt der Konzern in Deutschland ohne betriebsbedingte Entlassungen aus. Ende März hat der Vorstand mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart, dass betriebsbedingte Kündigungen bis Ende Juni 2010 ausgeschlossen sind. Ende Juni beschäftigte der Konzern 39 840 Personen gegenüber 40 770 Ende des vergangenen Jahres. In Deutschland sank die Zahl der Beschäftigten um rund 500 auf 26 526. Rund 2 700 Beschäftigte des Bereichs Chemie arbeiten kurz. Auch hier zeigt sich eine leichte Verbesserung. Anfang April waren noch 3 700 Beschäftigte in Kurzarbeit.

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