Mischkonzern
General Electric verbucht Gewinnrückgang

Die Finanzkrise hat dem US-Mischkonzern General Electric einen Gewinneinbruch beschert. Der Überschuss im dritten Quartal sei im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 4,31 Milliarden Dollar gefallen, teilte der Siemens-Konkurrent am Freitag mit.

HB BOSTON. Der Gewinn pro Aktie aus dem laufenden Geschäft betrug 45 Cent und entsprach damit den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz legte um 11,1 Prozent auf 47,2 Milliarden Dollar zu und lag damit ebenfalls so hoch wie von den Analysten prognostiziert. Außerdem erklärte der Konzern, er sei auf einem gutem Weg, die revidierten Prognosen für das Gesamtjahr zu erfüllen.

„Die Zahlen von GE haben keine böse Überraschung gebracht“, sagte ein Börsianer. „Das ist an einem Tag wie heute schonmal positiv, auch wenn bei GE eher die Finanzsparte im Fokus steht.“ GE-Aktien entwickelten sich im vorbörslichen US-Handel mit leichten Verlusten besser als der Markt.

GE hatte erst vor zwei Wochen seine Jahresprognose gesenkt - zum zweiten Mal in Folge. Wegen der Belastungen in der Finanzsparte erwartet das Unternehmen jetzt einen Überschuss zwischen 19,5 Milliarden und 21 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr hatte GE noch 22,2 Milliarden Dollar verdient.

Trotzdem hatte Konzernchef Immelt im Vorfeld an der Quartalsdividende von 31 Cent je Aktie festhalten. Das Aktienrückkaufprogramm soll jedoch ausgesetzt werden. Im Gegenteil will General Electric derzeit über die Ausgabe neuer Aktien mehr als 15 Milliarden Dollar einsammeln. 3 Milliarden steuert dabei alleine der legendäre US-Investor Warren Buffett bei.

Unternehmenschef Jeff Immelt will die Abhängigkeit von der Finanzsparte weiter senken. Diese hatte im vergangenen Jahr noch fast 50 Prozent zum GE-Gewinn beigesteuert. Bis Ende 2009 will Immelt den Anteil auf 40 Prozent reduzieren. Erst jüngst hatten die Amerikaner das japanische Konsumentenkreditgeschäft für 5,4 Milliarden Dollar verkauft. Aus Deutschland hatten sie sich in dem Bereich bereits zuvor zurückgezogen.

Neben der Finanzsparte treffen Immelts Umbaupläne auch die produzierenden Teile des Konzerns mit voller Wucht. Mit dem angekündigten Verkauf der Verbraucherelektronik und der Hausgeräte kappt der Chef die Wurzeln des Unternehmens. Denn damit will sich Immelt auch von dem Geschäft mit Glühbirnen trennen – dabei geht GE auf den Erfinder der Glühbirne, Thomas A. Edison, zurück. Übrig bleiben letztlich vier Sparten: Technologie-Infrastruktur (unter anderem Verkehr, Flugzeug-Triebwerke, Medizintechnik), Energie-Infrastruktur (zum Beispiel Kraftwerks-Turbinen) sowie der Finanzarm GE Capital und der Medienkonzern NBC Universal.

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