Mischkonzern Safran
Franzosen wollen Handys abstoßen

Der französische Konzern Safran erwägt den Verkauf seiner Handy-Sparte der Marke Sagem. Allerdings muss der Preis stimmen. „Es gibt keinen strategischen Willen, diese Aktivitäten um jeden Preis zu halten“, sagte Safran-Chef Jean-Paul Béchat im Gespräch mit dem Handelsblatt.

PARIS. Safran ist vor gut einem Jahr aus der Fusion des Aeronautik-Konzerns Snecma mit dem Elektronik-Unternehmen Sagem hervorgegangen. Snecma produziert Flugzeug- und Hubschrauber-Triebwerke, Fahrwerke für Flugzeuge sowie Raketen; Sagem stellt Handys, Modems und Sicherheitselektronik her. „Die Märkte zweifeln nach wie vor an dem Sinn der Fusion“, sagt Pierre Boucheny, Analyst von Kepler Equities.

Im ersten Halbjahr verzeichnete die Mobilfunk-Sparte einen Verlust von 24 Mill. Euro. Daher steigt der Druck auf das Management, ähnlich wie Siemens und Alcatel die Handy-Produktion zu verkaufen. Analysten taxieren den Wert der Sparte auf 200 Mill. Euro.

„Die Handy-Sparte wird im zweiten Halbjahr wieder schwarze Zahlen schreiben“, versprach nun Safran-Chef Béchat. Daher gebe es keinen Druck, wie Siemens die Handy-Sparte schnell und mit Verlust abzugeben. Anfang September hatte Safran die Kooperation mit dem chinesischen Handy-Spezialisten Ningbo Bird ausgedehnt: Vertrieb, Forschung und Einkauf sollen gebündelt werden, die Marken bleiben getrennt.

Agnès Blazy, Analystin des Brokers CIC Securities, sieht in dieser Kooperation den schrittweisen Ausstieg aus dem Handy-Geschäft. Auch Alcatel hatte zunächst mit der chinesischen TCL kooperiert, die Handy-Sparte aber kurze Zeit später komplett an die Chinesen abgegeben. Auch Sagem fehlt die kritische Größe im Handy-Geschäft, die Franzosen erreichen weltweit einen Marktanteil von nicht einmal zwei Prozent.

Trotz einer schwachen Börsenperformance verteidigt Béchat, der früher Chef von Snecma war, die Fusion mit Sagem. „Unsere Produkte für die Flugzeugindustrie enthalten immer mehr Elektronik und Informatik. Daher die Idee, sich mit einem Elektronik-Spezialisten sich zu verbünden.“ Von den 700 Mill. Euro, die Safran bis 2008 einsparen will, sind allerdings nur 200 Mill. Euro Synergien aus der Fusion. „500 Mill. Euro stammen aus einem Einsparprogramm“, sagt der Konzernchef. So wird ein Werk in Frankreich geschlossen, einige Aktivitäten würden von Texas ins billigere Marokko verlagert.

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