Mischkonzern setzt Schwerpunkte
Safran wirft Ballast ab

Der französische Mischkonzern Safran bereinigt sein Unternehmensprofil: Zuerst wird die Sparte Breitband-Kommunikation veräußert, weitere sollen folgen. Der Grund ist einfach – die Fokussierung auf das Kerngeschäft gilt als zwingend notwendig, um das Unternehmen profitabel zu machen.

PARIS. Das neue Management des französischen Technologie-Konzerns Safran hat mit den Aufräumarbeiten im Portfolio begonnen: Am Sonntag Abend teilte das Unternehmen mit, die Sparte Breitband-Kommunikation (DSL-Modems, Drucker, TV-Set-Top-Boxen) an den Fonds Gores Group verkaufen zu wollen. Die exklusiven Verhandlungen sollen „in den kommenden Monaten“ abgeschlossen werden, hieß es.

Ein Kaufpreis wurde nicht genannt; Grundlage sei eine Bewertung der Sparte von 383 Mill. Euro. Analysten und die Börse begrüßten die Nachricht; die Safran-Aktie legte zeitweise um fast vier Prozent zu. Als nächstes dürfte Safran-Chef Jean-Paul Herteman die Mobilfunk-Sparte verkaufen, meinen Analysten.

Safran ist 2004 aus der Fusion des Flugzeugmotoren-Herstellers Snecma mit dem Elektronik-Spezialisten Sagem hervorgegangen. Die Fusion, die vor allem von der damaligen französischen Regierung orchestriert war, gilt als Riesenflop. Eine Re-Konzentration von Safran auf das Kerngeschäft Aeronautik und Rüstungselektronik gilt als unausweichlich.

Dies wird ferner als zwingende Voraussetzung für eine mögliche Fusion mit dem Rüstungs- und Elektronik-Konzern Thales angesehen. Doch auch EADS ist an Teilen von Safran interessiert, vor allem an der Sparte Rüstungselektronik. Den Schlüssel im Fusionspoker hält Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy, denn Safran gehört zu 30 Prozent dem Staat.

„Als nächstes wird das Management die Mobilfunk-Sparte verkaufen“, kommentierten die Experten von Merrill Lynch den geplanten Verkauf der Breitband-Sparte. Der Grund: Der Marke Sagem fehle im knallharten Handy-Markt die kritische Masse. Nach Angaben einer Safran-Sprecherin steht die Mobilfunk-Sparte allerdings nicht zum Verkauf.

Zudem rechnen die Merrill-Lynch-Experten mit weiteren Sparmaßnahmen, um mit dem schwachen Dollar-Kurs fertig zu werden. Eine Abschwächung des Dollars um fünf Cent kostet Safran rund 120 Mill. Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern. Das ist die Folge des hohen Gewichts der Zuliefer-Aktivitäten für die Flugzeugindustrie, die in Dollar abrechnet.

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