Mischkonzern
Siemens fürchtet Stagnation

Der Mischkonzern Siemens erwartet im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009 merkliche Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftsflaute auf sein Industriegeschäft. Den Auftragseingang sieht Sektorenchef Heinrich Hiesinger zurückgehen. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

HB MÜNCHEN. Der Umsatz soll gestützt auf bestehenden Bestellungen stagnieren, während der Gesamtkonzern zulegen soll. Am Ziel einer operativen Gewinnmarge zwischen neun bis 13 Prozent hält Hiesinger hingegen fest und begründet dies unter anderem mit den laufenden Sparprogrammen. "Wir kämpfen um unsere Marge." Die Investitionen will er auf das Niveau der Abschreibungen beschränken.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Siemens die Auftragseingänge im Industriegeschäft um neun Prozent auf 42,8 Mrd. Euro hochgeschraubt, den Umsatz um sechs Prozent auf 38,1 Mrd. Euro verbessert und das operative Ergebnis um zehn Prozent auf 3,9 Mrd. Euro erhöht. Die Marge stieg entsprechend von 9,8 auf 10,1 Prozent.

Hiesinger geht nun aber davon aus, dass der Gesamtmarkt schrumpft. Besonders das Geschäft in Amerika sieht er bedroht, während er in Asien von einem weiteren Wachstum ausgeht. In den Schwellenländern wie China und Indien erwirtschaftet der Industrie-Sektor rund 30 Prozent seiner Umsätze.

Der Sektorenchef hofft, die Flaute durch die bestehenden Aufträge besser zu überstehen als die Konkurrenz. 17 Mrd. Euro schwer sind alleine die Bestellungen, die in diesem Geschäftsjahr abgearbeitet werden sollen, wie Hiesinger ausführte. 60 Prozent der Umsätze in dem noch bis Ende Dezember laufenden ersten Geschäftsquartal sieht er dadurch abgedeckt, für das gesamte Geschäftsjahr 2008/2009 sind es 40 Prozent.

Konzernweit will Siemens in dem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr aus eigener Kraft doppelt so stark wachsen wie die Weltwirtschaft. Hier rechnet das Unternehmen basierend auf Daten des Marktforschungsinstituts Global Insight mit einem Plus von 1,1 Prozent. Das Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik will Vorstandschef Peter Löscher auf 8,0 bis 8,5 Mrd. Euro hochschrauben. Dabei sind Sonderlasten aus dem Konzernumbau sowie aus Schmiergeld-Themen ausgeklammert. Diese hatte Siemens aber bereits ohnehin zu überwiegenden Teilen im abgelaufenen Geschäftsjahr verbucht.

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