Mischkonzern
Siemens weitet Kurzarbeit aus

Am Mittwoch hatte Siemens-Löscher im Handelsblatt vorsichtig angedeutet, dass das hohe Gewinnziel des Konzerns im laufenden Geschäftsjahr wohl nicht erreicht werden könnte. Nun legte Finanzchef Kaeser nach. Außerdem weitete Siemens die Kurzarbeit aus und geht auch bei Übernahmen neue Wege.

HB MÜNCHEN. Auf die Beschäftigten des Mischkonzerns Siemens kommen härtere Zeiten zu. „Sie können davon ausgehen, dass wir die Kurzarbeit deutlich über die kommunizierten 7 000 Mitarbeiter ausweiten werden“, sagte Finanzchef Joe Kaeser am Donnerstagabend in München. Dabei würden auch mehr Konzernbereiche betroffen sein als bisher. „Wir sind der Auffassung, dass Kurzarbeit ein sehr probates Mittel ist.“ Die Kosten würden gesenkt, gleichzeitig aber sichergestellt, dass die Produktion schnell wieder aufgenommen werden könne.

Von einer raschen Erholung der Wirtschaft geht der Finanzchef indes nicht aus. „Wir müssen uns auf eine deutliche Anpassung der Nachfrage über einen längeren Zeitraum einstellen.“ Die Durststrecke werde „eher zwei Jahre denn zwei Quartale“ andauern, sagte Kaeser. „Ich glaube, dass wir in vielen Geschäften den Boden noch nicht gesehen haben.“ Selbst wenn Siemens selbst verschont bleibe, treffe es das Unternehmen auf dem Umweg über die Kunden. „Wir werden einen kleineren Markt haben.“

„Die Weltwirtschaft befindet sich in der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg“, sagte Kaeser. Die weltweit anlaufenden Konjunkturprogramme begrüßte er, warnte aber vor zu hohen Erwartungen. „Wir sollten nicht mit einer kurzfristigen Belebung aus diesen Programmen rechnen.“ Das ergebe sich aus den langen Vorlaufzeiten für viele der geplanten Infrastrukturprojekte. Er kalkuliert frühestens im kommenden Jahr mit nennenswerten Auftragseingängen.

In der Flaute helfen soll das Sparprogramm in Vertrieb und Verwaltung, wo Tausende Stellen abgebaut werden. Die anvisierte Einsparung von 1,2 Mrd. Euro würde wie geplant ab dem kommenden Jahr erreicht, sagte Kaeser. Auch an anderer Stelle hält das Unternehmen das Geld zusammen: Die Investitionen würden in diesem Jahr deutlich unter die Abschreibungen sinken, kündigte der Finanzchef an, der milliardenschwere Aktienrückkauf bleibe bis auf Weiteres ausgesetzt. Damit sieht Kaeser das Unternehmen gut aufgestellt in der Rezession: „Die Krise hat Siemens erreicht, aber Siemens ist nicht in der Krise.“

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