Mischkonzern
Thyssen-Krupp hält an Stahlgeschäft in Europa fest

Der Mischkonzern Thyssen-Krupp will sich auch nach milliardenschweren Beteiligungsverkäufen nicht komplett vom Stahlgeschäft in Europa verabschieden. „ Ich habe immer gesagt, wir haben kein Problem mit Stahl, sondern eines mit Steel Americas", so CEO Hiesinger.
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DüsseldorfThyssen-Krupp hält auch nach milliardenschweren Beteiligungsverkäufen am Stahlgeschäft in Europa fest. Ein Unternehmenssprecher bekräftigte am Sonntag entsprechende Äußerungen von Vorstandschef Heinrich Hiesinger. "Ich habe immer gesagt, Thyssen-Krupp hat kein Problem mit Stahl, sondern eines mit Steel Americas", hatte Hiesinger mehrfach erklärt. Die Verluste schreibende amerikanische Stahlsparte will er ebenso verkaufen wie das Edelstahlgeschäft.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete unter der Überschrift "Weg vom Stahl", dass Hiesinger rund 250 Führungskräfte bei einem Treffen in Essen auf den Wandel des größten deutschen Stahlherstellers zu einem Technologiekonzern eingeschworen habe. Nur noch 30 Prozent seines Geschäfts solle der Konzern mit Stahl erwirtschaften, habe Hiesinger in einem Schaubild erläutert. Der Großteil solle mit dem Bau von Aufzügen, Raffinerien, Schiffen und Maschinen sowie mit Zulieferungen für die Automobilindustrie erwirtschaftet werden.

Dies ist allerdings nichts Neues. Dass der ehemalige Siemens -Manager das Technologiegeschäft stärken und weniger in das traditionelle Stahlgeschäft investieren will, hat er seit seinem Amtsantritt Anfang vergangenen Jahres bereits mehrfach deutlich gemacht.

Das Edelstahlgeschäft will er an den finnischen Konkurrenten Outokumpu verkaufen. Bis Mitte November will die EU-Kommission entscheiden, ob sie die Transaktion im Volumen von 2,7 Milliarden Euro freigibt. Darüber hinaus läuft der Verkaufsprozess für die von Hiesingers Vorgänger Ekkehard Schulz aufgebaute amerikanische Stahlsparte, deren Kosten auf zwölf Milliarden Euro explodiert waren. Ohne die geplanten oder bereits vorgenommenen Veräußerungen liegt bereits jetzt der Anteil des übrigen Stahlgeschäfts am Gesamtumsatz des Konzerns bei schätzungsweise 30 Prozent.

Thyssen-Krupp kämpft mit Schulden von rund sechs Milliarden Euro. Hiesinger hat seit seinem Amtsantritt den Umbau des Konzerns mit rund 170.000 Mitarbeiter vorangetrieben. Zum 1. Januar 2013 will er die Werftentochter mit dem Anlagenbau in einer neuen Sparte verschmelzen. Die ThyssenKrupp Industrial Solutions AG wird Geschäftssitze und Büros in Essen und Hamburg haben und weltweit insgesamt 20.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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