Mit dem Elektroauto durch Paris
Spritzig, bequem – und leise

Handelsblatt-Redakteur Holger Alich durfte als erster Journalist einer deutschen Zeitung das Elektroauto C-Zero von Citroën testen. Eine Probefahrt durch Paris. Sein Fazit: Die E-Volution im Autobau rollt.
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PARIS. Ringautobahn Boulevard Peripherique, halb zehn. Auf der rechten Spur heißt es "rien ne va plus" - nichts geht mehr. Eine Autoschlange quält sich im Stop and Go Richtung Ausfahrt. Plötzlich öffnet sich auf der Nebenspur links eine Lücke. Doch die droht sich schnell zu schließen, schon naht ein weißer Kleintransporter von hinten.

"Jetzt oder nie", denke ich, setze den Blinker, ziehe auf die linke Spur und trete auf's Gas. Der weiße Citroen beschleunigt wie am Gummiband gezogen von 20 auf 80 Kilometer pro Stunde mühelos hoch. Geschafft. Der Kleintransporter fühlte sich nicht einmal bedrängt. Kein Gehupe, kein Aufblenden.

Berufsverkehr in Paris: Das ideale Testgelände für einen etwas anderen Kleinwagen. Als erste deutsches Zeitung hat das Handelsblatt den neuen C-Zero von Citroën getestet. Eines der ersten reinen Elektroautos, die jetzt zu kaufen sind.

Keine rollende Verzichtserklärung

Naja, eher zu mieten. Da die Batterie so sündhaft teuer ist, bietet Citroën den viertürigen C-Zero auf Leasingbasis an. In den ersten vier Jahren kostet der Wagen 459 Euro pro Monat; anschließend sinkt die Miete auf 260 Euro. Für so viel Geld gibt es auch deutsche Premium-Autos. "Sie müssen die Betriebskosten miteinberechnen", argumentiert Citroën-Pressemann Jean-Pierre Duvivier. 100 Kilometer würden dank günstiger Stromladungen nur 1,50 Euro kosten. "Bei einem Auto mit Verbrennungsmotor können es bis zu zehn Euro werden." 150 Kilometer weit soll die Batterie reichen.

Immerhin: Abgesehen von der begrenzten Reichweite ist der C-Zero keine rollende Verzichtserklärung. Vier Plätze, 166 Liter Kofferraum, sechs Airbags, Klimaanlage, Radio - alles da. Und Spaß beim Fahren bringt der Stromer obendrein.

Runter vom Periph', rein in die Stadt. Dank der leicht erhöhten Sitzposition habe ich eine gute Übersicht. Zum Beispiel auf den neben mir rollenden Mercedes der S-Klasse mit AMG 6,3-Liter-Motor und Genfer Kennzeichen. Viel Sound, wenig Vortrieb. Spielend flitze ich mit dem C-Zero in die nächste Lücke und lasse den Mercedes auf dem Champs-Elysée im Rückspiegel; von 30 auf 60 km/h beschleunigt der Stromer in nur 3,5 Sekunden. Wie gemacht für den kleinen Zwischensprint in der Stadt.

Wirklich beeindruckend ist allerdings etwas anderes: die Ruhe an Bord. Das Lauteste sind die elektrischen Fensterheber.

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Kommentare zu " Mit dem Elektroauto durch Paris: Spritzig, bequem – und leise"

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  • Scheinbar gibt es nochmal eine rEVolution in Frankreich. Diesmal beim Automobil.
    Dumm nur dass diesmal die japanischen und Französischen Hersteller die Pole-Position haben...
    Aber die Deutschen Hersteller waren ja schon immer stark im Aufholen...
    Wenn nur ein bruchteil der deutschen Solarförderung in einen Kaufanreiz für EV umgeleitet würde, könnte sich die deutsche Regierung auch einen Kaufanreiz leisten, wenn die deutschen Hersteller EV anbieten. Vorher wird das wohl nichts in Deutschland.

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