Mit "größeren Belastungen" wird nicht gerechnet
FMC muss US-Justiz Unterlagen vorlegen

Zwei nordamerikanische Töchter des Bad Homburger Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) haben in den USA von den New Yorker Justizbehörden Vorlageverfügungen erhalten. Die US-Justizbehörden wollen Unterlagen zu einzelnen Tests und Therapien für chronische Nierenkranke.

HB FRANKFURT. Angefordert seien Dokumente zu den Geschäftstätigkeiten der beiden US-Töchter Fresenius Medical Care Holding Inc und Spectra Renal Management, teilte FMC am Mittwoch mit. Dabei gehe es um einen bestimmten Labortest und Vitamin-D-Therapien von Dialysepatienten. FMC werde mit den Justizbehörden zusammenarbeiten, hieß es in der Mitteilung. Die FMC-Aktie war am Mittwoch mit einem Minus von rund vier Prozent größter Verlierer im Deutschen Aktienindex.

FMC wisse bislang nicht, weswegen nach den Unterlagen verlangt werde, sagte ein Unternehmenssprecher. „Wenn eine US-Behörde einen Sachverhalt untersuchen will, kann sie ohne einen Grund zu nennen, nach Information verlangen.“ FMC arbeite aber seit 1999 eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen und lasse die komplette Tätigkeit im Dialyse- und Laborgeschäft regelmäßig streng überprüfen. „Deswegen glauben wir, dass wir keine großen Schwierigkeiten haben werden“, sagte der Sprecher. Auch die Wettbewerber DaVita und Renal Care Group sind nach eigenen Angaben aufgefordert worden, entsprechende Unterlagen bei den Justizbehörden einzureichen.

Analysten schätzten den Grund für die Untersuchung bei FMC unterschiedlich ein. „Sie untersuchen offensichtlich etwas, das mit dem übermäßigen oder falschen Gebrauch von Medikamenten oder Tests im Zusammenhang steht“, sagte Ryan Daniels, Analyst bei William Blair & Co. Sein Kollege Balaji Gandhi von Pacific Growth Equities wies darauf hin, dass Ermittlungen des Justizministeriums sich meistens mit der staatlichen Gesundheitsversorgung Medicare und die damit verbundene Rückzahlung von Geldern an die Unternehmen befassen. Labor-Tests machten im Allgemeinen nur fünf Prozent der Medicare-Umsätze aus, aber die Vitamin-D-Therapie sei ein weitaus größerer Teil des Geschäftes, ergänzte er. Rund 80 % der Dialysepatienten in den USA sind früheren Konzernangaben zufolge Medicare-Patienten.

Die FMC-Aktien verloren am Vormittag 3,9 % auf 57,86 €, während der Dax 0,6 % zulegte.

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