Mitarbeiter sollen ohne Lohnausgleich länger arbeiten
Windanlagenbauer Repower verschärft Sparkurs

Repower-Chef Fritz Vahrenholt will die Kosten des Hamburger Windkraftanlagenbauers deutlich senken. Alle 500 Mitarbeiter sollen bis Ende der Woche neue Arbeitsverträge unterzeichnen.

HAMBURG. Diese sehen vor, dass die Mitarbeiter künftig 41,5 Stunden ohne Lohn-und Gehaltsausgleich arbeiten sowie auf 30 Prozent ihres Weihnachtsgeldes verzichten sollen. Im Gegenzug will der Vorstand für 2006 keine betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Dies bestätigte das Unternehmen am Dienstag.

Im ersten Halbjahr war Repower tiefer in die Verlustzone gerutscht. Das Betriebsergebnis wies einen Fehlbetrag von 12,7 Mill. Euro aus. Grund waren Aufwendungen für Restrukturierungen von rund sechs Mill.Euro.

Die Belegschaft ist sauer. „Beim Vorstand werden vorzeitig die Arbeitsverträge verlängert und sie erhalten weiter ihr bisheriges Gehalt. Die Mitarbeiter werden hingegen zur Kasse gebeten“, schimpft Kai Petersen, Geschäftsführer der IG Metall in Rendsburg. Sie müssen je nach Standort zudem längere Arbeitszeiten von maximal bis zu 3,5 Stunden in Kauf nehmen.

Petersen wirft den Vorstand zudem vor, die schlechteren Arbeitsbedingungen durch Drohungen über Betriebsschließungen zu erkaufen. Laut dem IG-Metall-Chef hat der Vorstand den Mitarbeitern erklärt, das Werk im brandenburgischen Trampe mit rund 70 Arbeitsplätzen dichtzumachen, wenn die gesamte Belegschaft die neuen Arbeitsbedingungen nicht annimmt.

Die Analysten hingegen sind von dem Kurs des Vorstandschef überzeugt. „Das Unternehmen ist auf einen guten Weg und wird ab 2006 von niedrigeren Stahlpreisen profitieren“, sagt Stephan Wulf, Analyst bei Sal. Oppenheim. An der Börse wird kolportiert, dass die Gesellschaft vor Anteilsveränderungen steht. Denn Aufsichtsratschef Klaus-Detlef Wulff will sich von seinem Paket trennen. „Ich klebe nicht an meinen Anteilen“, sagte er dem Handelsblatt. Er verfügt über 15 bis 18 Prozent der Aktien.

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