Mitarbeiter sollten in Transfergesellschaft wechseln
Größerer Stellenabbau bei Walter Bau befürchtet

Nach der Übernahme durch die Strabag befürchten die Gewerkschaft IG Bau und die Betriebsräte der insolventen Walter Bau den Verlust von mehr Arbeitsplätzen als bislang angenommen.

HB FRANKFURT. „Noch liegt uns das Erwerberkonzept der Strabag nicht vor, aber wir müssen davon ausgehen, dass von den Mitarbeitern der Walter Bau AG nur wenige hundert übernommen werden“, sagte Gesamtbetriebsratschef Karl Bauer am Dienstag nach einer Vollversammlung der Betriebsräte im Konzern in Frankfurt. Damit könnten allein bei der Konzern-Mutter Walter Bau AG mehr als 3000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren, das wären mehr als drei Viertel der Beschäftigten im Inland. Das Erwerberkonzept der Strabag soll am Freitag vorliegen. Die Walter Bau AG beschäftigt in den Kernbereichen Ingenieurbau und Schlüsselfertigbau zur Zeit etwa 3 800 Beschäftigte.

Walter-Bau-Insolvenzverwalter Werner Schneider hatte mit dem geplanten Verkauf wesentlicher Walter-Bau-Tochterfirmen an die österreichische Strabag Bauholding 6 000 von 9 000 Arbeitsplätzen im Konzern für vermutlich gerettet erklärt. Strabag sollte rund 4 100 Mitarbeiter übernehmen. Die übrigen Mitarbeiter sollten zum größten Teil in eine Transfergesellschaft wechseln.

Zunächst habe es geheißen, dass etwa 75 Prozent der gewerblichen Arbeitsplätze in der AG gerettet werden sollten. „Es scheint jetzt so auszuschauen, dass das weit, weit unter 50 Prozent liegt“, sagte IG-Bau-Bundesvorstandsmitglied Karl Heinz Strobl. Es gebe Hinweise, dass auf eine „elegante Zerschlagung“ hingearbeitet werde. „Jetzt haben wir Anhaltspunkte, und wenn diese sich am Freitag bestätigen, dann marschieren wir los“, sagte der Gewerkschafter. Welche konkreten Aktionen dann geplant seien, wollte Strobl nicht sagen.

Der Augsburger Walter-Bau-Konzern hatte Anfang Februar für seine Dachgesellschaft einen Insolvenzantrag gestellt.

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