Mitarbeiter wehren sich gegen angedachte Schließung
"Electrolux hat AEG-Werk vernachlässigt"

Die Mitarbeiter im Nürnberger AEG-Werk können es noch immer nicht fassen, dass die Konzernmutter Electrolux die Fabrik vielleicht schließen will. Schließlich sei der Komplex bis vor kurzem das "weltbeste Waschmaschinen-Werk" gewesen.

HB NÜRNBERG. Nicht wie von Electrolux behauptet der Preiskampf bei den Elektrogroßgeräten sei der Grund für die Probleme in Nürnberg, erklärte die IG Metall, sondern Managementfehler. Die Unternehmensführung habe vor zwei bis drei Jahren Entscheidungen über Folgeinvestitionen versäumt, sagte der Nürnberger IG Metall- Vorsitzende Gerd Lobodda am Mittwoch.

Er erinnerte daran, dass das Werk erst vor sieben Jahren mit 30 Millionen DM auf den neuesten Stand gebracht worden war. „Das war bis vor kurzem das weltbeste Waschmaschinen-Werk.“ Diesen Stand hätte man mit entsprechenden Innovationen auch weiterhin halten können. Offenbar zeigten immer mehr Manager aber kein Interesse mehr an der Zukunftsfähigkeit von Standorten. „Die schauen nur noch, wo sie am besten produzieren können.“

Electrolux hatte am Dienstag bekannt gegeben , dass das Unternehmen prüft, das Werk mit 1750 Beschäftigten zu schließen. Die betroffenen Mitarbeiter wollen an diesem Donnerstag mit einer Kundgebung vor den Werkstoren gegen die Pläne protestieren. Der Nürnberger Betriebsratsvorsitzende Harald Dix sagte, die Mitarbeiter seien bereit, zur Erhaltung der Arbeitsplätze beizutragen. Im Gegenzug forderten sie aber Zusagen über mindestens fünf Jahre.

Die Strategie von Electrolux sei bisher noch schwer einzuschätzen, sagte Dix. Möglicherweise werde die Schließung auch angedroht, um Zugeständnisse zu erpressen. Dabei gehe es um Eingriffe in den Tarifvertrag. Alle anderen Leistungen seien in den vergangenen Jahren ohnehin schon gestrichen worden.

Dix nannte die Entscheidung aus Stockholm überraschend. Immerhin sei Nürnberg das zweitgrößte Electrolux-Werk in Europa und zudem Stammwerk der wichtigsten Marke. Er äußerte die Befürchtung, dass die negativen Nachrichten das Geschäft beeinträchtigen werden. „Der Kunde fragt sich doch, ob es AEG in zwei Jahren noch gibt.“

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