Mitarbeiter werden entlassen
Bilanzmanipulation verschleierte wahre Lage von Zapf Creation

Wie bereits befürchtet, muss der angeschlagene Puppenhersteller Zapf Creation seine Geschäftszahlen für die zurückliegenden beiden Jahre nach unten korrigieren. Grund sind Bilanzmanipulationen. Büßen müssen es letztlich die Mitarbeiter.

HB MÜNCHEN. Dies habe eine Sonderprüfung durch Wirtschaftsprüfer ergeben, teilte Zapf am Montag mit. Die Nachforschungen ließen auf wissentliche Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften schließen, weshalb die Gesellschaft Strafanzeige erstatte, teilte Zapf am Montag mit.

Nach den Korrekturen ergebe sich für 2005 ein Umsatz von 141 Mill. Euro und für 2004 von 163 Mill. Euro. Ursprunglich hatte das Unternehmen 2004 einen Umsatz von 174 Mill. Euro ausgewiesen, was bereits deutlich unter dem des Vorjahres lag. Für 2005 war noch keine Bilanz erstellt worden. Das Ziel eines Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 5 Millionen Euro für 2005 werde Zapf voraussichtlich nicht erreichen, hieß es weiter. 2004 falle das Ebit bei 4,6 Millionen Euro um 3 Millionen Euro niedriger aus als bisher berichtet. Weitere Bilanzkorrekturen schloss der Puppenhersteller nicht aus.

Der bestellte Wirtschaftsprüfer Rödl & Partner hatte auf Initiative des Vorstandes einzelne Geschäftsvorfälle überprüft und war schon im Oktober 2005 zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass bestimmte Aufwandspositionen im Geschäftsjahr 2004, insbesondere von der Tochtergesellschaft in den USA, nicht korrekt verbucht worden sind.

Zapf Creation will nun 80 seiner insgesamt 408 Mitarbeiter im laufenden Jahr entlassen. 26 Angestellte in Deutschland hätten bereits am Montag ihre Kündigungen erhalten, sagte Zapf-Chef Thomas Eichhorn am Montag. Bereits im vergangenen Jahr hatte Zapf 90 Mitarbeiter entlassen.

Zapf leidet unter Absatzschwierigkeiten vor allem in den USA und Deutschland. Wegen möglicher Fehler in den Bilanzen hatte Zapf im Oktober die Sonderprüfung eingeleitet. Kurz danach hatte der interimistisch eingesetzte Finanzvorstand Peter Klein sein Amt aufgegeben. Im Februar 2005 war bereits sein Vorgänger Rudolf Winnig ohne Angaben von Gründen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Seit Mitte Februar soll der langjährige Finanzvorstand des Modekonzerns Escada, Georg Kellinghusen, Ordnung in die Bilanz von Zapf bringen.

Die im SDax notierte Zapf-Aktie war wegen der Mitteilung am Mittag bei einem Plus von über 7 Prozent bei 9,65 Euro vom Handel ausgesetzt worden. Die Titel gaben nach Wiederaufnahme zum Handel am Nachmittag um 5,5 Prozent auf 8,50 Euro nach.

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