Mitarbeiterprämien
Siemens schüttet das Füllhorn aus

Der Technologiekonzern zahlt seinen Mitarbeitern eine Sonderprämie und zieht die Lohnerhöhung vor. Grund: Das Rekordergebnis, das Siemens nicht zuletzt seinen Mitarbeitern zu verdanken hat. Bei der Maßnahme spielen aber auch andere personelle Gründe eine Rolle.
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MÜNCHEN. Mit dem Siemens-Konzern zieht ein weiteres Schwergewicht der deutschen Wirtschaft die Metalltariferhöhung um zwei Monate auf den 1. Februar vor. Zugleich will der Münchener Technologiekonzern wegen der guten Geschäftsentwicklung Sonderprämien von bis zu 1 000 Euro je Mitarbeiter zahlen. Weltweit sollen so 310 Mio. Euro an die rund 400 000 Beschäftigten ausgeschüttet werden. „Wir wollen den Mitarbeitern Danke sagen“, sagte Personalvorstand Barbara Ederer gestern dem Handelsblatt. Der Konzern sei vor allem dank des Einsatzes der Beschäftigten so gut durch die Wirtschaftskrise gekommen. So habe man von der Kurzarbeit profitiert, weil das Personal im Aufschwung noch an Bord war.

Siemens-Chef Peter Löscher wird heute bei der Bilanzvorlage von einem operativen Rekordergebnis von mehr als 7,5 Mrd. Euro berichten. Die Anteilseigner sollen in Form einer höheren Dividende profitieren. Gestern beschloss der Aufsichtsrat, dass auch die Mitarbeiter mehr Geld bekommen.

Als erster deutscher Großkonzern hatte der Autozulieferer Bosch angekündigt, die Tariferhöhung vorzuziehen. Der Tarifvertrag sieht diese Möglichkeit vor, wenn die wirtschaftliche Lage sich bessert. „Wenn man so etwas unterschreibt, muss man auch dazu stehen, wenn es wieder gut läuft“, sagte Ederer. Siemens-Aufsichtsrat Dieter Scheitor von der IG Metall wertete die Entscheidung als Zeichen dafür, dass es im Unternehmen ein „soziales Verantwortungsgefühl“ gebe. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem Porsche und Audi angekündigt, dem Vorbild von Bosch zu folgen. Eine Sonderzahlung kündigte gestern zudem unter anderem der Chemiekonzern Lanxess an.

Bei den Sonderzahlungen haben die Unternehmen auch ihr Image als Arbeitgeber im Blick. „Das ist auch ein Zeichen im Kampf um die Talente“, sagte Siemens-Personalvorstand Ederer. Der Münchener Konzern sucht derzeit allein in Deutschland 3 000 Techniker und Ingenieure. Angesichts des demografischen Wandels könnte die Suche sich bald noch schwieriger gestalten.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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