Mitarbeitervertretung
UAW wirbt um Daimler-Belegschaft in Tuscaloosa

Die amerikanische Auto-Gewerkschaft will die Arbeiter in einer Daimler-Fabrik im Süden der USA organisieren. Bei VW war die UAW gescheitert – und auch die meisten Daimler-Beschäftigten sind offenbar skeptisch.
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DetroitNach ihrem Scheitern bei Volkswagen nimmt sich die amerikanische Automobilarbeiter-Gewerkschaft UAW nun das Werk von Daimler im Süden der USA vor. UAW-Funktionär Gary Casteel sagte, die Gewerkschaft werde ihre Pläne zur Organisation der Arbeiter in der Daimler-Fabrik in Tuscaloosa im US-Staat Alabama wahrscheinlich nächste Woche bekanntgeben.

Die Beschäftigten dürften die UAW allerdings auch dort nicht alle mit offenen Armen empfangen. Ein erklärter Gewerkschaftsgegner in dem Mercedes-Werk sagte Reuters, die UAW könne höchstens mit einer Unterstützung von 30 Prozent der Belegschaft rechnen, wenn heute abgestimmt würde.

Bei VW in Chattanooga (Tennessee) hatte die UAW im Februar eine Niederlage einstecken müssen. In einer knappen Abstimmung lehnten die Beschäftigten in dem Werk es ab, sich von ihr vertreten zu lassen. Das Vorhaben der US-Automobilarbeiter-Gewerkschaft, dort einen Betriebsrat nach deutschem Vorbild zu schaffen, war auf erbitterten Widerstand der örtlichen Republikaner und konservativer Gruppen gestoßen. Sie hatten gedroht, das werde Arbeitsplätze und das Wirtschaftswachstum in Tennessee kosten. Die IG Metall sucht derzeit zusammen mit der UAW nach Wegen, doch noch eine Arbeitnehmervertretung in Chattanooga einzurichten.

Ein Votum zugunsten eines Betriebsrats bei VW hätte es der unter Mitgliederschwund leidenden US-Gewerkschaft erleichtert, weitere Werke von deutschen Autobauern im Süden zu organisieren. Auch BMW hat eine Fabrik im Süden der USA. IG Metall-Chef Detlef Wetzel hatte unlängst kritisiert, deutsche Konzerne hätten sich deshalb in den Südstaaten angesiedelt, weil diese gewerkschaftsfrei seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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