Industrie

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Mitbestimmung: VW-Werk in Chattanooga soll Betriebsrat bekommen

exklusivDie US-Autogewerkschaft UAW und der Autobauer Volkswagen verhandeln über eine Arbeitnehmervertretung im amerikanischen Werk in Chattanooga. Konservativen Politikern und Wirtschaftsvertretern gefällt das überhaupt nicht.

Arbeiter bei der Montage von VW-Autos in Chattanooga: Der Betrieb verfügt als einziges größeres VW-Werk weltweit über keinerlei Mitbestimmungsgremium. Quelle: ap
Arbeiter bei der Montage von VW-Autos in Chattanooga: Der Betrieb verfügt als einziges größeres VW-Werk weltweit über keinerlei Mitbestimmungsgremium. Quelle: ap

DüsseldorfDie US-Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW) und der Volkswagen-Konzern verhandeln seit Freitag über einen Betriebsrat für das amerikanische VW-Werk in Chattanooga. Das erfuhr das Handelsblatt (Montagausgabe) aus mit der Sache vertrauten Kreisen. Zu den vertraulichen Gesprächen in Wolfsburg war der UAW-Vorsitzende Bob King mit weiteren führenden Köpfen seiner Gewerkschaft eigens nach Wolfsburg angereist. Er sprach mit VW-Personalvorstand Horst Neumann über die umstrittenen Pläne, in Chattanooga einen Betriebsrat zu gründen und das Werk gewerkschaftlich zu organisieren. An den Gesprächen nahm auch Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh teil.

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Mit der Aufnahme von Verhandlungen bekommen die Pläne jetzt einen kräftigen Schub. Volkswagen will in Chattanooga auch auf Druck der deutschen Arbeitnehmervertreter einen Betriebsrat nach deutschem Vorbild installieren. Das Vorhaben ist vor allem in den USA politisch umstritten. Konservative Politiker und Wirtschaftsvertreter machen massiv Front gegen die gewerkschaftlichen Bemühungen in Chattanooga. Sie fürchten, dass das Beispiel VW in Werken anderer ausländischer Autokonzerne Schule machen könnte.

Die zehn größten Autohersteller Europas

  • Platz 10

    Nissan

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,35 Millionen (-2,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 9

    Toyota

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,43 Millionen (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 8

    Daimler

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,56 Millionen (+5,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 7

    Fiat Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,62 Millionen (- 8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 6

    BMW Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,64 Millionen (+ 0,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 5

    Ford

    Verkaufte Fahrzeuge: 0,75 Millionen (-4,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 4

    General Motors

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,8 Millionen (- 5,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 3

    Renault Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 0,89 Millionen (+1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 2

    PSA Gruppe

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,11 Millionen (-10,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Platz 1

    Volkswagen

    Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,49 Millionen (-2,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

  • Quelle

Den deutschen VW-Betriebsrat wiederum ärgert, dass Chattanooga als einziges größeres VW-Werk weltweit über keinerlei Mitbestimmungsgremium verfügt. Vize-Betriebsratschef Stephan Wolf hatte erst im Juni mit Ärger im Aufsichtsrat gedroht, sollte in Chattanooga in Sachen Mitbestimmung nicht bald etwas passieren. VW-Personalvorstand Neumann hatte im März die Pläne für die Schaffung eines Betriebsrats angekündigt.

Keiner der Beteiligten wollte die Gespräche in Wolfsburg kommentieren, weder VW noch der VW-Betriebsrat noch die UAW oder deren deutsche Partnergewerkschaft IG Metall. Nach Informationen des Handelsblatts haben sich alle Seiten darauf verständigt, dass das Unternehmen zunächst die gut 3000 Beschäftigten in dem Werk in Chattanooga informieren soll, bevor man an die Öffentlichkeit geht. Dies soll diese Woche geschehen.

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