Mitfahrzentrale
Blablacar soll kostenpflichtig werden

Blablacar, der deutsche Marktführer für Mitfahrgelegenheiten, führt die Onlinezahlung ein: Fahrten werden nur noch per Kreditkarte oder Paypal abgerechnet. In Zukunft soll der Service dann gebührenpflichtig werden.

DüsseldorfBlablacar hat in Deutschland ein rasantes Jahr hinter sich. Das französische Startup ist durch die Übernahme von Carpooling im April zum führenden Vermittler für private Mitfahrgelegenheiten in Deutschland aufgestiegen. Nach eigenen Angaben nutzen zehn Millionen Menschen pro Quartal die Plattform der Franzosen. In Deutschland war der Dienst bisher kostenlos.

Im neuen Jahr will Blablacar auch in Deutschland einen Schritt Richtung Profitabilität gehen. Dafür will die Mitfahrplattform ab dem Jahreswechsel Schritt für Schritt die Onlinezahlung einführen. Wer mitfahren will, reserviert vorab einen Platz im Auto und zahlt mit Paypal oder seiner Kreditkarte. Fahrer können dann wählen, ob das Geld auf ihr Bank- oder Paypal-Konto überwiesen werden soll. Die Barzahlung soll abgeschafft werden.

„Damit vereinfachen wir die Bezahlung und schaffen Vertrauen – bei Fahrern und Mitfahrern“, sagt Blablacars Deutschland-Chef Olivier Bremer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Denn bisher sind es vor allem die Stornierungen, die vielen Fahrern die Lust an der Mitfahrzentrale nehmen. In Spanien oder Frankreich konnten die kurzfristigen Stornierungen durch das Online-Bezahlsystem um 90 Prozent gesenkt werden, betont das Unternehmen.

Bis zu 24 Stunden vor Fahrtantritt kann die Fahrt künftig kostenlos abgesagt werden. Wird danach storniert, muss die Hälfte des Fahrpreises bezahlen. Wer ohne jede Abmeldung absagt oder verspätet erscheint, muss den vollen Preis bezahlen. „Wir nähern uns damit anderen, etablierten Verkehrsmodellen wie der Deutschen Bahn an“, sagt Bremer. Schließlich würden bei der Buchung eines Bahntickets ähnliche Konditionen gelten.

Auch die Gefahr, an einen „Schwarzfahrer“ zu geraten, sinken durch das neue System. „Durch die Onlinezahlung verhindern wir auch, dass unsere Plattform von gewerblichen Fahrern missbraucht wird“, sagt Bremer. Die Fahrer können sich im Gegenzug stärker darauf verlassen, dass ihre Mitfahrer auch zum vereinbarten Termin erscheinen. Das Ziel der Franzosen ist es, auch ältere Autofahrer dafür zu gewinnen, ihre Plätze im Auto über die Plattform zu teilen. Das Nutzerpotential alleine in Deutschland beziffert Bremer auf 30 Millionen.

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