Mitglieder legen überraschend Mandat nieder
Ärger im Aufsichtsrat der WCM-Gruppe

Der geplante Verkauf des Duisburger Maschinenbaukonzerns Klöckner-Werke sorgt im Aufsichtsrat der Frankfurter WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG für Ärger. Vier Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium von WCM haben überraschend ihr Mandat niedergelegt, da sie bei einer möglicherweise bevorstehenden Veräußerung der Duisburger WCM-Tochter eine Interessenkollision befürchten.

HAMBURG. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen von WCM. WCM will sich von den Duisburger Klöckner-Werken trennen, um einen drückenden Schuldenberg abzubauen. Vorstandschef Roland Flach führt bereits seit längerem mit potenziellen Investoren Gespräche. Darunter sollen sich auch mehrere Finanzinvestoren befinden, heißt es in Unternehmenskreisen. WCM ist mehrheitlich an der Duisburger Maschinenbaufirma beteiligt.

Die Verkaufsgespräche bringen aber die Arbeitnehmervertreter im WCM-Aufsichtsrat, die gleichzeitig auch im Kontrollgremium der Klöckner-Werke oder deren Tochterfirma KHS sitzen, in Bedrängnis. Der Grund: Im Klöckner-Konzern bevorzugen sie vor allem einen Verkauf der Gesellschaft an einen strategischer Investor, der langfristig viele Arbeitsplätze erhält, heißt es in Firmenkreisen.

Bei WCM jedoch liegt die Interessenlage anders. Hier müssten die Aufsichtsräte möglicherweise einem Verkauf der Duisburger Gesellschaft an einen Finanzinvestor zustimmen, damit WCM einen möglichst hohen Preis erzielt. Damit kämen die Aufsichtsräte aber in einen Gewissenskonflikt.

WCM war vor fünf Jahren mit dem Niedergang an den Börsen finanziell in die Krise geraten. Mit Beteiligungen an der Commerzbank und der Immobilienfirma IVG hatte sich die Firma verspekuliert. Heute ist WCM an der Börse rund 58 Mill. Euro wert, zu Hochzeiten waren es knapp sechs Mrd. Euro. Seit dem Börsencrash trennt sich die Gruppe sukzessive von Beteiligungen.

Unklar ist noch, ob auch der WCM-Vorstandsvorsitzende Roland Flach wegen möglicher Interessenkollisionen Probleme bekommt und sein Vorstandsmandat bei den Klöckner-Werken niederlegt. Flach ist seit längerem auch Vorstandschef der Duisburger WCM-Tochter. Eine WCM-Sprecherin lehnte hierzu einen Kommentar ab.

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