Mitsubishi legt am Freitag Zahlen vor
Mitsubishi hofft auf neuen Partner

Nach der unerwarteten Kehrtwende von Daimler-Chrysler hofft der hochverschuldete japanische Autobauer Mitsubishi Motors auf einen neuen Partner.

HB TOKIO. Die Großaktionäre der Mitsubishi-Gruppe hielten es unter den neuen Umständen für notwendig, andere Unternehmen außerhalb der Gruppe um finanzielle Hilfe zu bitten, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung „Nihon Keizai Shimbun“ am Montag. Ein Sprecher des Konzerns in Tokio wollte den Bericht nicht kommentieren.

Nach einer Aufsichtsratssitzung hatte DaimlerChrysler in der Nacht zum vergangenen Freitag überraschend mitgeteilt, dass man sich nicht an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen und die weitere finanzielle Unterstützung einstellen werde. Dies bedeute in der Konsequenz den Rückzug bei Mitsubishi, sagte ein Konzernsprecher in Stuttgart. Bei der hochverschuldeten Mitsubishi Motors wird ein Kapitalbedarf von mehr als fünf Milliarden Euro befürchtet.

Die drei Großaktionäre der weit verzweigten Mitsubishi-Gruppe - Mitsubishi Corp, Mitsubishi Heavy Industries Ltd und die Bank of Tokyo-Mitsubishi - haben inzwischen mit Mitsubishi Motors ein neues Umstrukturierungsteam gebildet, das nun innerhalb eines Monats einen neuen Sanierungsplan erstellen soll. In japanischen Branchenkreisen gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass Mitsubishi Motors auf der Hauptversammlung an diesem Freitag die vorläufigen Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen wird. Vielmehr sei zu erwarten, dass im Mai zusammen mit der Vorstellung des neuen Sanierungsplans die endgültigen Zahlen vorgelegt werden, hieß es.

Die globale Produktion von Mitsubishi Motors war im März um 7,1 Prozent zum Vorjahresmonat auf 147 438 Einheiten zurückgegangen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Der Ausstoß in Japan sank um 4,5 Prozent auf 78 655 Einheiten und der Absatz um 3,5 Prozent auf 59 779 Einheiten. Mitsubishis Marktanteil auf dem Heimatmarkt verringerte sich im März von 7,5 Prozent im Vorjahr auf 7,2 Prozent, hieß es. In Nordamerika schrumpfte die Fertigung sogar um 41,3 Prozent auf 10 831 Fahrzeuge, während in Europa die Produktion um 9,7 Prozent auf 5786 Einheiten rückläufig war. Die Exporte aus Japan sanken um 12,7 Prozent auf 34 175 Einheiten. Während die Ausfuhren ins benachbarte Asien um 51 Prozent auf 6122 zulegten, schrumpften sie nach

Nordamerika deutlich um 66,6 Prozent auf 5183 Einheiten.

Bezogen auf das am 31. März 2004 abgelaufene Geschäftsjahr reduzierte sich die weltweite Produktion zum Vorjahr um 9,4 Prozent auf rund 1,54 Millionen Einheiten. Der Inlandsabsatz verzeichnete erstmals seit acht Jahren wieder einen Zuwachs, und zwar um 1,1 Prozent auf 358 253 Einheiten. Auch in Europa kehrte Mitsubishi Motors nach vier rückläufigen Jahren zu Wachstum zurück: 213 700 Autos wurden dort abgesetzt, ein Plus von sieben Prozent. Der Absatz auf dem wichtigen Wachstumsmarkt Asien stieg auf 680 200 Einheiten und damit auf einen neuen Rekord, hieß es. Vor allem in China legte Mitsubishi Motors zu, und zwar um 65,8 Prozent auf 151 000 Autos.

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