Mittal legt Angebot vor

Für Arcelor wird es jetzt ernst

Nach fast vier Monaten steht die bislang größte Übernahmeschlacht in der Stahlindustrie vor der Entscheidung. Marktführer Mittal hat offiziell ein feindliches Angebot für den Branchenzweiten Arcelor vorgelegt. Einige Branchenkenner sind enttäuscht.
Auch die Arcelor-Mitarbeiter werden gespannt auf die Reaktion der Aktionäre schauen. Nehmen Sie das Angebot von Mittal an? Foto: ap

Auch die Arcelor-Mitarbeiter werden gespannt auf die Reaktion der Aktionäre schauen. Nehmen Sie das Angebot von Mittal an? Foto: ap

HB ROTTERDAM. Die Offerte laufe bis zum 29. Juni, teilte Mittal am Donnerstag mit. Sein Unternehmen glaube weiterhin, dass der gebotene Preis „sehr attraktiv“ sei, sagte Vorstandschef Lakshmi Mittal. Mittal bietet rund 20 Mrd. Euro, davon 4,87 Mrd. Euro in bar und den Rest in eigenen Aktien. Für je eine Arcelor-Aktie bietet Mittal 0,8 eigene Aktien sowie 7,05 Euro in bar.

Mittal erwähnt in seiner offiziellen Offerte nichts von einer Aufbesserung des ursprünglichen Angebots vom Januar. Dies hatten einige Branchenkenner erwartet. Arcelor-Chef Guy Dolle hatte sich wiederholt gegen einen Kauf durch den Branchenprimus ausgesprochen, da er die Offerte als zu niedrig ansieht.

Am Dienstag hatten die Börsenaufsichten in Luxemburg, Belgien und Frankreich der Offerte grünes Licht gegeben; die spanische Behörde will ihre Prüfungen in Kürze abschließen, hieß es in Madrid. Arcelor will das Übernahmeangebot erst kommentieren, wenn der Verwaltungsrat des Luxemburger Stahlkonzerns es geprüft hat.

Lakshmi Mittal verweist auf die Vorteile einer Fusion. Durch den Zusammenschluss würde mit einer jährlichen Produktionskapazität von über 100 Mill. Tonnen der mit Abstand größte Stahlkocher entstehen, der zwölf Prozent des Weltmarkts kontrolliert. Das fusionierte Unternehmen würde über eine weltweite Präsenz und breite Produktpalette verfügen, sagte Lakshmi Mittal.

Die weltweite Stahlbranche ist stark fragmentiert. Experten hatten sich wiederholt für eine Konsolidierung ausgesprochen. Denn durch den harten Wettbewerb schwanken die Stahlpreise enorm und belasten damit die Unternehmen. Dem Konsolidierungsdruck werden sich Marktbeobachtern zufolge auch die deutschen Konzerne Thyssen-Krupp und Salzgitter nicht entziehen können. Thyssen ist die Nummer elf weltweit.

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