Mittal-Offerte
Belgien hält sich im Kampf um Arcelor zurück

Im Tauziehen um die feindliche Übernahme des luxemburgischen Stahlkonzerns Arcelor hält sich Belgien weiterhin zurück. Der Kaufinteressent, der britisch-indische Stahlunternehmer Lakshmi Mittal, wirbt unterdessen um die Gunst der Arbeitnehmervertreter.

HB BRÜSSEL. Nach dem Besuch von Arcelor-Vorstandschef Vorstandschef Guy Dollé und Mittal-Chef Lakshmi Mittal sagte Premierminister Guy Verhofstadt am Montag in Brüssel, man wolle auf rationale Weise vorgehen. Der Ministerpräsident der Region Wallonie, Elio di Rupo, sagte, die Lage müsse weiterhin analysiert werden. Die Region hält 2,4 Prozent an Arcelor. Am Tisch saß auch der Ministerpräsident der Region Flandern, Yves Leterme.

Luxemburg und Spanien hatten sich hingegen gegen die Übernahmeofferte von Mittal Steel positioniert, das dritte Gegnerland Frankreich nimmt inzwischen eine differenziertere Haltung ein.

Di Rupo äußerte die Besorgnis, dass eine Stahlgruppe von „einer einzigen Person“ gehalten werden könnte. Die von ihm geführte wallonische Region will - unabhängig von der möglichen Übernahme - ihre Arcelor-Anteile verkaufen. Mit dem Erlös soll nach früheren Angaben eine Art Marshall-Plan zur wirtschaftlichen Ankurbelung des südlichen Landesteils finanziert werden. Die wallonische Regierung wird von den Sozialisten angeführt, die auf Bundesebene wiederum mit Verhofstadts Liberalen koalieren.

Nach Informationen des Berliner „Tagesspiegels“ will sich Mittal im Laufe der Woche in Frankfurt mit Vertretern der IG Metall treffen, um Fragen der Mitbestimmung und Sicherheiten für deutsche Stahl-Standorte zu erörtern. Die IG Metall bestätigte, dass es eine informelle Anfrage von Mittal gebe, ein Termin dafür stehe aber noch nicht fest. Arcelor hat in Deutschland Stahlwerke in Eisenhüttenstadt (Brandenburg), Unterwellenborn (Thüringen) und in Bremen. Die Betriebsräte dort hatten aus Sorge um Arbeitsplätze die Übernahmepläne abgelehnt.

Arcelor, die Nummer zwei auf dem Weltstahlmarkt, lehnt das Übernahmeangebot des Weltmarktführers Mittal Steel über 18,6 Milliarden Euro kategorisch ab. Bei einer Übernahme des luxemburgischen Stahlunternehmens entstünde ein Weltkonzern mit etwa 340 000 Mitarbeitern und fast 70 Milliarden Dollar Umsatz.

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