Mittal Steel Company übertrifft bisherigen Branchenführer Arcelor deutlich
Indischer Milliardär schmiedet den weltgrößten Stahlkonzern

Der Stahlunternehmer Lakshmi Mittal steht kurz vor einer milliardenschweren Übernahme, mit der die von ihm kontrollierte LNM-Gruppe zur weltweiten Nummer eins der Stahlindustrie aufsteigt.

mjh DÜSSELDORF. Wie der in Indien geborene Milliardär gestern in Rotterdam ankündigte, hat die von ihm und seiner Familie geführte LNM-Gruppe ein Kaufangebot über 4,5 Mrd. Dollar für den US-Stahlhersteller International Steel Group Inc. (ISG) vorgelegt. Der Mehrheitseigentümer von ISG, der amerikanische Unternehmer Wilbur Ross, hat der Offerte nach eigenen Angaben bereits zugestimmt.

Durch die Fusion der bisherigen Nummer zwei LNM mit der Nummer 13 der Weltrangliste ISG entsteht ein neuer Stahlgigant mit 165 000 Mitarbeitern, einem Umsatz von 31,5 Mrd. Dollar und einer Produktionsmenge von 57 Mill. Tonnen Rohstahl in diesem Jahr. Die neue Gruppe soll den Namen Mittal Steel Company tragen und ihren Sitz in den Niederlanden haben. „Die Transaktion wird die weltweite Stahllandschaft dramatisch verändern“ sagte Mittal. „Wir schaffen ein kraftvolles globales Unternehmen.“

Mittal Steel wird deutlich größer sein als der bisherige Branchenprimus Arcelor mit Sitz in Luxemburg (siehe Grafik). Arcelor war Anfang 2002 aus der Fusion der luxemburgischen Arbed, der spanischen Aceralia und der französischen Usinor entstanden. Arcelor erwirtschaftete 2003 mit 98 000 Beschäftigten 29,2 Mrd. Dollar Umsatz und erzeugte 42,8 Mill. Rohstahl.

Arcelor-Chef Guy Dollé begrüßte die von Mittal geplante Übernahme als „neuen Schritt“ auf dem Weg zur Konsolidierung der internationalen Stahlindustrie. Branchenkenner rechnen nicht damit, dass der neue Weltmarktführer den Wettbewerbsdruck auf die europäischen Hersteller erhöhen wird. Branchenexperte Hermann Reith von der ING BHF-Bank in Frankfurt geht davon aus, dass Mittal vor allem interne Überkapazitäten abbauen werde: „Der Mittal-Konzern hat weltweit Kapazitäten zur Produktion von 70 Millionen Tonnen Rohstahl, wird aber 2004 nur 57 Millionen Tonnen produzieren.“

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